Maritim Hotels verhängen Hausverbot für AfD-Politiker

Der geplante Bundesparteitag der rechtspopulistischen deutschen Partei wird hingegen im Maritim Hotel Köln durchgeführt.

Die Maritim Hotelgesellschaft umfasst 33 Hotels in ganz Deutschland, in denen regelmässig grosse Veranstaltungen von Lobbyisten, Verbänden und Parteien stattfinden. Grundsätzlich stehen die Hotels «allen Parteien und Organisationen, die sich im demokratisch legitimierten Spektrum bewegen» als Veranstaltungsort offen, wie das Unternehmen schreibt.

Doch setzt die Hotelgruppe auch Grenzen, die nun von Björn Höcke, Thüringer Landesvorsitzender der rechtspopulistischen Partei AfD, offenbar überschritten wurden. Dieser hat per sofort Hausverbot bei den Maritim Hotels, begründet wird dieser Entscheid mit den Äusserungen Höckes über das Holocaust-Mahnmal in Berlin, die nicht vereinbar seien mit der deutschen Geschichte und Maritims Auffassung eines «internationalen, offenen Miteinanders». In einer Rede in Dresden sagte der AfD-Politiker letzte Woche: «Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.»

Maritim wollte auch vom Vertrag für den geplanten Bundesparteitag der AfD im Maritim Hotel Köln (Bild) zurücktreten, was aber aus vertragsrechtlichen Gründen nicht möglich sei. Maritim-Geschäftsführer Gerd Prochaska bedauert: «Wir haben der AfD bereits angeboten, kostenfrei vom Vertrag zurückzutreten, wovon leider bisher kein Gebrauch gemacht wurde.» Maritim Hotels werde aber gegenwärtig keine weiteren Räumlichkeiten an die AfD vergeben.

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