Offene Küchen und weinselige Stunden

Slowenien bietet eine Vielzahl an kulinarischen Leckerbissen.

Mächtige Alpengipfel und tiefe Karsthöhlen, sanftes Hügelland und weite Ebenen, Seen, Meer und mittelalterliche Städte – das kleine Land zwischen Italien, Österreich, Ungarn, Kroatien und der Adria bietet auf einer Fläche, die halb so gross ist wie die Schweiz, viel Eindrückliches fürs Auge. Vor allem in der Farbe Grün. Mindestens so vielfältig sind die kulinarischen Reize Sloweniens – von deftiger Hausmannskost, die etwa auf den touristischen Bauernhöfen in Zentralslowenien serviert wird, bis zu fein kreierten Menüs in den Restaurants der Hauptstadt Ljubljana. Touristen können sich an zwei Qualitätszeichen orientieren: «Ljubljana Quality» in der Hauptstadt und «Gostilna Slovenija» im ganzen Land. Letzteres ist dem Slow-Food-Label nachempfunden und steht für hausgemachte, regionale Gerichte mit Fokus auf ökologischen Anbau.

16tt-020-43_SlowenienDeftig und würzig

Auf den Bauerntisch kommen Suppen, Buchweizengerichte und Fleisch. Zutaten sind Kraut, Bohnen und Kartoffeln, die in «Jota» (Eintopf aus Sauerkraut, Kartoffeln, Bohnen), «Bograc» (Fleischeintopf) oder «Idrija-Žlikrofi» (gefüllte Teigtaschen) geschmackvoll zur Geltung kommen. Auf der Dessertkarte stehen Potitza (Hefeteigkuchen mit Füllung) oder Prekmurska gibanica (Schichtkuchen mit verschiedenen Füllungen).

Wie die Besenbeiz in der Schweiz oder die Buschenschenke in Österreich hat in Slowenien die Osmica Tradition. In den Weinschenken im Karstgebiet dürfen Bauern und Weinbauern an acht Tagen im Jahr ihren Überschuss an Wein und Karstschinken steuerfrei verkaufen – eine Garantie für ausgelassene Stimmung mit Familienanschluss. Jeder hat zu einer anderen Zeit geöffnet, Wegweiser mit befestigten Efeubüscheln an den Strassen sind das Erkennungszeichen.

Süss und schwer
Stolz ist Slowenien auf seine Weinkultur. Die Winzer haben in den letzten Jahren kräftig an der Qualität gearbeitet. Vor allem die Weissweine können sich sehen bzw. schmecken lassen. Weit verbreitet ist der Welschriesling. Aber auch der empfindliche, im Glas meist tiefgoldene Malvasia gewinnt an Bedeutung. Süss und schwer wird er oft zum Dessertwein ausgebaut. Als roter Tischwein kommt meist der Refosco, aus dem im Karstgebiet der vollere Teran hergestellt wird, zum Einsatz.

Zu Weinbergspaziergängen und Kellereibesuchen laden verschiedene Regionen ein. Über den östlichen und nordöstlichen Teil Sloweniens erstreckt sich z.B. Podravje, die grösste Weinbau-Region des Landes. In den Weinkellern kann man probieren und auch vieles über autochthone Weiss- und Rotweinsorten erfahren – etwa über Zelen und Pinela. Oder man beschäftigt sich mit den so genannten «Archivweinen». Das reichste «Archiv» beherbergt der Weinkeller von Ptuj (Ptujska klet), den grössten Weinkeller hingegen gibt es in Dobrovo in der Region Goriska Brda.

TIPP FÜR LJUBLJANA-BESUCHER

Jeden Freitag von Mitte März bis Oktober wird auf dem Zentralen Marktplatz von Ljubljana ein Speisemarkt veranstaltet. «Odprta kuhna» (offene Küche) nennt sich dieser Markt, auf dem slowenische Meisterköche live kochen und ihre frischen Kreationen an den Marktständen verkaufen.

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