Von der Safari direkt an den Strand

Die 3000 Kilometer lange Küste Südafrikas ist so vielfältig wie das Land selber.
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Dass Südafrika ein Paradies für Safaris ist, steht nicht zur Diskussion. Nebst all den spannenden Nationalparks im Landesinnern darf man aber nicht vergessen, dass Südafrika zu einem beträchtlichen Teil von Wasser umgeben ist und deshalb 3000 Kilometer Küste aufweist. Nur schon die Tatsache, dass hier der Atlantik auf den Indischen Ozean trifft, sorgt für eine grosse Vielfalt an Stränden und Küstenabschnitten.

Wir beginnen unsere Entdeckungstour in der Provinz Western Cape. The Point am Elands Bay ist vor allem für Feriengäste, die ruhige und ein wenig abgelegene Badeorte schätzen, ein Paradies. Besonders bekannt ist der Strand bei Surfern für seine «Left Hand Waves», die von links nach rechts brechen. Wer sich nicht aufs Brett wagt, kann die unberührten Dünen ganz in der Nähe des Strandes erforschen oder geniesst den Sonnenuntergang, der an der Westküste natürlich besonders spektakulär aussieht.

Drei Fahrstunden weiter südlich liegt Boulders Beach, der vor allem für eine Besonderheit bekannt ist: Pinguine. An der kleinen Bucht, die rund 20 Minuten von Kapstadt entfernt liegt, tummelt sich eine Brillenpinguin-Kolonie, die als die grösste Ansammlung von Pinguinen in ganz Afrika gilt. Die Tiere machen den Ausflug gerade für Familien mit Kindern zu einem spannenden Erlebnis. Granitfelsen unterteilen den Strand in viele kleine Buchten, in denen man auch wunderbar schnorcheln kann. Die Bucht liegt ausserdem nahe der malerischen alten Hafenstadt Simon’s Town.

Die Big Five der Meere

Wenn wir gleich bei den Tieren sind: Wer auf seiner Landsafari die «Big Five» entdeckt hat, kann sich in der Gegend um Gansbaai den «Big Five der Meere » zuwenden. Diese bestehen aus dem Südlichen Glattwal, dem Weissen Hai, dem Delfin, dem Afrikanischen Pinguin und dem Seebär – und alle gibt es in der südlichsten Region des südlichsten afrikanischen Landes zu sehen. Für den Afrikanischen Pinguin unternimmt man einen Ausflug nach Dyer Island, acht Kilometer vor der Küste von Gansbaai. Auf der Nachbarinsel Geyser Rock findet man die Seebären: Über 60000 leben aktuell dort, pro Jahr werden 12000 Junge geboren. Der Kanal zwischen den beiden Inseln wird übrigens «Shark Alley » genannt – und schon sind wir beimnächsten Tier, dem Weissen Hai. Wer abenteuerlustig ist, kann im Schutz eines Käfigs sogar mit den Haien tauchen. Bleiben noch die Glattwale und die Delfine; beide lassen sich im Zeitraum Juni bis Dezember an der Küste beobachten. Top-Aussichtspunkt für die Wale ist der De-Kelders-Felsen. Die Delfine hingegen beobachtet man am besten entlang der flachen, kilometerlangen Strände des Walker Bay Naturreservats.

Immer noch im Western Cape, unweit der Stadt George, liegt der Strand von Wilderness. Eingebettet in eine grüne Landschaft aus Seen, Wäldern und Dünen gilt Wilderness Beach als einer der schönsten Strände entlang Südafrikas Paradestrecke, der «Garden Route». Der kleine Ort selbst lädt mit gemütlichen Restaurants zum Verweilen ein, ist aber auch Ausgangspunkt für zahlreiche Wandertouren.

Im subtropischen Osten

Ein ganz anderes Flair zeichnet den Bay of Plenty Beach in Südafrikas Surfermetropole Durban in der Provinz Kwazulu- Natal aus – und damit sind wir im Osten des Landes angelangt. Der Stadtstrand liegt sehr zentral und bietet eine tolle Aussicht auf die Skyline und die zahlreichen Surfer. Es lohnt sich auch, Velos zu mieten und die fünf Kilometer lange, erst kürzlich renovierte Promenade entlang zu radeln. Für alle Abenteurer liegt mehrere Kilometer südlich von Durban das Riff Aliwal Schoal, an dem verschiedene Haiarten beobachtet werden können.

Kwazulu-Natal besteht selbstverständlich nicht nur aus Durban. Die Provinz bietet mit dem iSimangaliso Wetland Park auch ein UNESCO-geschütztes Weltnaturerbe. In diesem Gebiet, nur zwei Kilometer von der Grenze zu Mosambik entfernt, liegt Kosi Bay. An diesem unberührten Strand am warmen Indischen Ozean ist das Wasser glasklar, so dass Schnorchler und Taucher die geheimnisvolle Unterwasserwelt und ein Riff erkunden können. Neben vielen kleinen Fischen ist Kosi Bay auch bekannt für seine Wasserschildkröten.

Und so sind wir von der tierreichen Kapregion über die rauen Küsten entlang der Garden Route bis zu den subtropischen Stränden in Kwazulu-Natal gelangt – eine Reise entlang der Küste, wie sie vielseitiger kaum sein könnte.


Südafrika: Insidertipp von Vögele Reisen

Weil Südafrika eines der schönsten und vielfältigsten Reiseländer überhaupt ist, empfehle ich jedem Erstbesucher, sich mindestens zwei Wochen Zeit zu nehmen und – warum nicht auf einer gut geführten, begleiteten Rundreise – die Höhepunkte im nördlichen «Safariland» sowie im südlicheren Teil (Garden Route und Kapregion) zu erleben. So erhält man schnell ein Gefühl für das faszinierende Land. Zweitbesucher sollten sich viel Zeit für eine Teilregion nehmen und diese individuell bereisen. Beispiel Kapregion: Da warten überall gute Hotels oder hübsche Bed & Breakfast auf unkomplizierte Besucher. Selbst in entlegenen Gegenden winkt ein Schild «B&B» zur nächsten Farm, wo noch echte und herzliche Gastfreundschaft die Reisenden begeistern.

Besuchen Sie in Kapstadt das Restaurant Mama Africa, wo Musik, Essen und Lebensfreude zelebriert werden. Entdecken Sie dann ca. eine Fahrstunde Richtung Nordwesten entfernt den West Coast National Park mit seinem 15 Kilometer langen, menschenleeren Strand – weniger für Badenixen, sondern ein Paradies für Strandwanderungen. Ein Muss für unkomplizierte Strand- und Outdoor-Freaks: ausspannen im pittoresken Seafood-Restaurant «Die Strandloper» bei Langebaan. In der Saison reservieren! Sie essen dort in einmaligem Ambiente frische Krabben und Fisch vom offenen Grill mit den grossen Seemöwen um die Wette! Etwas weiter nördlich wieder eine neue Welt: Im kleinen «Nest» Paternoster fühlt man sich auf eine griechische Insel versetzt. Ein weiterer Platz zum Träumen.

www.voegele-reisen.ch

pascalwieser
Pascal Wieser Geschäftsführer

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