Vom Schraubenhändler zum Eventveranstalter

Marbet Schweiz sieht sich als klassische Eventagentur und fokussiert sich ausschliesslich auf Corporate Events.
Entertainment

Als 100-prozentige Tochter des international tätigen Handelskonzerns Würth-Gruppe mit Sitz im deutschen Künzelsau, der einen jährlichen Umsatz von über EUR 11 Mia. erzielt, feiert die Eventagentur Marbet in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. 1996 gründeten Marion und Bettina Würth, Töchter des aktuellen Aufsichtsratsvorsitzenden, am Hauptsitz der Gruppe eine Agentur für Events und Incentives, um die mit dem Wachstum einhergehende stetige Zunahme von eigenen Konzern-Veranstaltungen zu organisieren und durchzuführen. Bettina Würth ist heute auch Vorsitzende des Beirats der Würth-Gruppe, deren Erfolgsgeschichte 1945 mit dem Handel von Schrauben und weiteren für das Handwerksgewerbe wichtigen Utensilien begann.

International vernetzt

Inzwischen verfügt Marbet über Büros in Shanghai, Barcelona und Wien. Vor neun Jahren wurde in Küsnacht am Zürichsee auch ein Ableger in der Schweiz eröffnet. 2013 erfolgte der Umzug in das neu erstellte, direkt am Bodensee gelegene Würth Haus Rorschach, dem Schweizer Sitz der Würth- Gruppe. Das Würth Haus Rorschach verfügt auch über verschiedene Räumlichkeiten, die sich für Veranstaltungen unterschiedlichster Art eignen.

Gleichzeitig mit der Etablierung des neuen Sitzes der Marbet Schweiz eröffnete die Agentur in Urdorf ein Verkaufsbüro, um die zahlreichen Kunden im Grossraum Zürich weiterhin gut betreuen zu können. Mit dem per 1. März 2016 erfolgten Umzug dieses Verkaufsteams an die Badenerstrasse 530 in Zürich, unweit des Stadion Letzigrund, sei man noch näher zu den Kunden gerückt und agiere nun von einem überaus zentralen Standort aus, erklärt Alexander Berger, Head of Marbet Schweiz. «Zudem benötigten wir aufgrund unserer Expansion mehr Platz und können hier auch auf eine bessere Infrastruktur zurückgreifen», führt Berger weiter aus.

Der aus dem Vorarlberg stammende Berger stiess nach einem Marketing-Studium und einem sechsjährigen Engagement bei einer österreichischen Eventagentur 2012 als Senior Projektleiter zum Marbet-Team in Küsnacht. Schon damals wusste er vom bevorstehenden Umzug nach Rorschach. Er avancierte zum Teamleiter und im Oktober 2014, nach dem Abgang von Frank Marreau, übernahm er die Niederlassungsleitung Schweiz. Als Chef der Marbet Schweiz pendelt Berger heute zwischen Rorschach und dem Büro Zürich, wobei er tendenziell mehr in Zürich anzutreffen ist, «weil hier das Herz der Schweizer Wirtschaft
schlägt und viele Fäden zusammenlaufen», wie er erklärt.

Das Team der Marbet Schweiz umfasst derzeit je sechs Mitarbeitende in Rorschach und Zürich. In Rorschach, wo die zentralen Dienste zu Hause sind, werden bald zwei weitere Personen ihre Arbeit aufnehmen. Berger betont, dass die beiden Büros eng zusammenarbeiten und sich gegenseitig – je nach gefragter Leistung und Spezialisten – unterstützen. Mit rund 65 Projekten pro Jahr erzielt die Marbet Schweiz einen Umsatz von CHF 7,5 Mio.

RoadshowCorporate Events only

Spezialisiert hat sich die Eventagentur auf die gesamte Bandbreite der Live Kommunikation, konzentriert sich aber ausschliesslich auf CorporateEvents. «Wir machen keine Privatoder Sponsoring-Events», so Berger. Innerhalb der Corporate Events spielen Incentives eine grosse Rolle. In diesem Bereich stehe man vor allem in Konkurrenz zu Kuoni Destination Management. «Galas, Jubiläen, Einweihungen, Produktpräsentationen und Messeauftritte von Unternehmen sowie Kongresse von Institutionen und Organisationen sind unsere Stärke», so Berger, der Marbet als klassische Eventagentur sieht. Aufträge für Werbekampagnen übernehme man nicht.

Grossen Wert legt Marbet auf eine persönliche Betreuung der Kunden. «Wir wollen begeistern und können dabei auf kreative und innovative Mitarbeitende setzen, die seit mehreren Jahren für Marbet tätig sind und die Wünsche und Bedürfnisse unserer zahlreichen langjährigen Kunden genau kennen. Dabei kümmern wir uns ausschliesslich um unsere Kunden in der Schweiz. Wenn diese internationale Bedürfnisse haben, so werden – falls es Deutschland, China oder Spanien betrifft – unsere dortigen Büros miteinbezogen », so Berger.

Er ergänzt: «Bei unserer täglichen Arbeit können wir zudem auf das grosse Know-how des 120-köpfigen Teams in Deutschland zurückgreifen. Gerade in der Konzeptgestaltung ist da sehr viel Wissen und Erfahrung vorhanden. Für spezielle Bereiche pflegen wir eine langjährige Zusammenarbeit mit guten Partnern.»

Berger ist überzeugt, dass sich Marbet in den neun Jahren Schweiz-Engagement definitiv etabliert hat und sich durchaus mit Agenturen wie Rufener, Standing Ovation, MCI Schweiz oder Grass Roots messen kann. «Das Team der Marbet Schweiz vereinigt die Präzision der Schweizer, den Ehrgeiz der Deutschen und die Herzlichkeit der Österreicher – die Schweiz ist die Basis unseres Wirkens, unsere Leidenschaft ist die Welt mit all ihren Orten, die es noch zu entdecken gibt», fasst er den Kern der täglichen Arbeit seines Teams zusammen. www.marbet-schweiz.ch


Das Geld sitzt nicht mehr so locker

Auf die Trends im Eventgeschäft angesprochen, kommt Alexander Berger als erstes die Kurzfristigkeit in den Sinn. Die Zeit zwischen Anfrage und Durchführung werde immer kürzer. «Dies hat mit der wirtschaftlichen Situation zu tun. Die Budgets werden später gesprochen. Trotzdem können wir auf ein erfolgreiches 2015 zurückblicken», führt Berger aus. Die Unternehmen in gewissen Branchen bekämen die Frankenstärke erst jetzt zu spüren, deshalb sitze das Geld nicht mehr so locker und es werde gezielter eingesetzt. «Die grosse Herausforderung ist, für das gleiche Geld Mehrwert bieten zu können. Deshalb müssen wir mit allen Lieferanten Gespräche führen, um die Kosten im Griff zu behalten. Jeder muss seinen Beitrag leisten. Letztlich schätzt der Kunde die Prise Extra, die wir ihm bieten», betont Berger. Als zahlenorientiertes Unternehmen erwarte die Würth-Gruppe auch von Marbet Schweiz ein gutes Betriebsergebnis. Eine moderate jährliche Steigerung sei die Vorgabe aus Künzelsau. In der Schweiz will sich Marbet weiter etablieren. Einen Namen habe man sich schon geschaffen, jetzt gelte es, die Marktposition zu festigen und auszubauen.

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Alexander Berger