«Ausverkauf der Rigi»: Anwohner wollen ihren Berg schützen

Gegen den Masterplan «Erlebnisraum Rigi» regt sich Protest.
Bärggnuss, Rigi Bahnen

Ein Schweizer Bergdorf, eine Erlebnisalp, ein Baumhütten-Hotel und ein begehbarer Tannenzapfen-Turm: Dies alles soll unter dem Projektnamen «Erlebnisraum Rigi» auf dem berühmten Innerschweizer Berg entstehen. Kosten soll diese Themenwelt der Rigibahnen rund CHF 50 Mio., wie die «Luzerner Zeitung» berichtet. Doch es regt sich vehementer Widerstand gegen das Projekt, wie am Wochenende in der Zeitung zu lesen war.

Der Anwohner René Stettler spricht von einer «Disneyfizierung», von «Skandal» und «Ausverkauf» und versammelt derzeit immer mehr Nachbarn hinter sich, um gegen den drohenden Massentourismus mobil zu machen. U.a. fordert er eine Obergrenze für Touristen, die bei 800’000 im Jahr liegen soll. Derzeit befördern die Rigibahnen bereits 780’000 Besucher pro Jahr, das Ziel liegt bei rund einer Million. Stettler verlangt zudem, dass die Rigibahnen sich «wie andere Tourismus-Unternehmen im Umweltmanagement zertifizieren lassen» und den Dialog mit der Bevölkerung suchen. Stettler steht der Zeitung zufolge im Kontakt mit der IG Rigi Kaltbad-First und der Vereinigung Pro Rigi, sieht aber wenig Chancen auf eine rechtliche Handhabe, solange nicht gegen Gesetze verstossen werde.

Einer Stellungnahme der Rigibahnen zufolge soll der Erlebnisraum Rigi «unter Einbezug der Natur und im Sinne eines authentischen Bergerlebnisses» entstehen. Zudem sei noch bei keinem der im Masterplan vorgesehenen Projekte eine definitive Entscheidung gefallen. Man beziehe alle Partner mit ein. Stettler habe ein Gesprächsangebot nicht angenommen. (SG)

 

 

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