Das Hotel Atlantis by Giardino soll den Besitzer wechseln

Die Besitzerfamilie will 160 Millionen Franken für den Betrieb am Fusse des Zürcher Üetlibergs.
Atlantis by Giardino

Am 1. Dezember 2015 feierte das Hotel Atlantis by Giardino in Zürich Wiedereröffnung. Nun soll es laut der «Bilanz» den Besitzer wechseln. Die Königsfamilie von Katar will für den Betrieb rund 160 Millionen Franken. Der 1995 von seinem Sohn gestürzte ehemalige Herrscher, Scheich Khalifa bin Hamad al-Thani, hatte das Haus 2012 gekauft. Die Kosten für die Übernahme und die anschliessende jahrelange Renovation nach seinen Wünschen sollen sich auf total rund 240 Millionen Franken belaufen haben.

Zwei Offerten eingegangen

Zwei Offerten seien bisher eingegangen, beide wurden abgelehnt. Eine stammt vom chinesischen Milliardär Yunfeng Gao, dem hierzulande bereits das «Palace Luzern» und die «Frutt Family Lodge» in Melchsee gehören. 75 Millionen Franken soll Gao für das «Atlantis» geboten haben, deutlich weniger also als von den Eigentümern gefordert.

Das zweite Angebot stammt von Patrick Liotard-Vogt, Nestlé-Erbe, Jetsetter und Mehrheitsaktionär von Asmallworld (ASW), dem in Frankfurt kotierten Social-Media-Netzwerk für Reiche. Er soll 100 Millionen Franken geboten haben, ebenfalls weit entfernt von den Preisvorstellungen der Eigner.

Bewegte Geschichte

Das alte, 1970 eröffnete «Atlantis» war eine Ikone der Nachkriegsmoderne. Gewisse Teile des Y-artig geformten Baus stehen unter Denkmalschutz, etwa eine Wendeltreppe, die über alle Geschosse führt. Nicht viele Luxusherbergen hatten eine so bewegte Geschichte, wie das Fünfsternehaus am Fuss des Üetlibergs. Bei der Eröffnung 1970 waren die Telefone in Zimmer und Bad der letzte Schrei, ebenso wie die riesigen Fernsehapparate. Nach der Schliessung im Jahr 2004 diente das Haus als Asylzentrum und Studentenheim. (TI)

Drucken