Felix Frei verlässt das Hallenstadion

Das Unternehmen muss sich neu erfinden, präsentiert aber eine gute Bilanz 2018.
Felix Frei © MICE-tip

Nach mehr als zwölf Jahren verlässt CEO Felix Frei das Hallenstadion. Der genaue Zeitpunkt des Direktionswechsels werde zu einem späteren Zeitpunkt kommuniziert, teilt das Unternehmen mit. Frei werde aber spätestens nach der Eishockey-WM 2020 in Zürich und Lausanne, welche er als OK-Präsident des Standorts Zürich führt, definitiv ausscheiden. Gleichzeitig wurde der Leiter Sales & Marketing, Renzo Cannabona, per 1. April 2019 zum Stellvertretenden Direktor befördert.

Gute Bilanz trotz unberechenbarem Umfeld

Die AG Hallenstadion muss sich seit einiger Zeit vielen Veränderungen stellen. Das Eventumfeld sei zunehmend unberechenbar, schreibt das Unternehmen. So haben trotz der Zunahme von Eventtagen 2018 um 15,6% nur 11% mehr Zuschauer das Hallenstadion besucht. Trotzdem habe man einen guten Abschluss 2018 verzeichnet: Der Ertrag stieg im Vergleich zum Vorjahr um 8% auf CHF 21,67 Mio. Der Reingewinn beträgt CHF 0,75 Mio. (+ 0,5%). Die EBITDA-Marge lag 2018 bei 26,9%. Der Verwaltungsrat will eine Dividende von CHF 5 pro Aktie ausschütten. Zudem ist eine Einlage von CHF 0,75 Mio. in den Fonds für künftige Grossreparaturen getätigt worden.

«Der Markt ist stark gesättigt» 

Der Veranstaltungsmarkt in der Schweiz sei stark gesättigt, schreibt das Unternehmen. Es gibt immer mehr Veranstaltungen und Aufführungsstätten. Die Ticketpreise steigen, und die Zuschauerzahlen schwanken stark. Auch der internationale Live-Entertainmentmarkt befindet sich in einem Umbruch. Die Anzahl der Veranstaltungen in Europa und der Schweiz hat über die vergangenen Jahre zwar stetig zugenommen. Gleichzeitig ist aber die Anzahl der Veranstaltungsstätten in der Schweiz und speziell im Grossraum Zürich stetig gewachsen, wobei die Besucherzahlen pro Veranstaltung im Schnitt abgenommen haben. Zudem hat sich die Konsolidierung der Branche weiter verstärkt. Das setzt sowohl Künstler und Veranstalter als auch die Betreiber von Locations zunehmend unter Druck.

Auszug der ZSC Lions: Einschnitt und Potenzial

Das Hallenstadion erfinde sich derzeit neu, heisst es beim Unternehmen. Der anstehende Auszug der ZSC Lions bedeutet zunächst einen massiven Einschnitt in die Belegungstage. Effektiv fallen dadurch rund 35 Veranstaltungstage weg, was etwa 25% aller Eventtage und 20% der Erträge im Hallenstadion entspricht. Aufgrund von durch den Hockey-Spielplan bedingten Platzhalterterminen, die ebenfalls wegfallen, gewinnt das Hallenstadion rund 60 neue potentielle Eventtage. «Mittelfristig eröffnen sich deshalb auch neue Chancen für das Hallenstadion, die in einem breit angelegten Strategieprojekt, an dem alle Mitarbeitenden beteiligt sind, angegangen werden», so das Unternehmen.

Welttourneen dürfen die Schweiz nicht auslassen 

Verschiedene Strategieprojekte sollen das Hallenstadion fit für die Zukunft machen. Neben den anstehenden Investitionen in die Digitalisierung modernisiert die AG Hallenstadion Catering und VIP-Zonen. Insgesamt investiert die Gesellschaft ca. CHF 10 bis 12 Mio. über die nächsten fünf Jahre. «Die zentrale Herausforderung für die Zukunft besteht darin, dass die grossen Welttourneen die Schweiz nicht einfach auslassen. Zürich mit dem Hallenstadion ist der einzige Ort, der in unserem Land dafür genügend internationales Gewicht hat. In diesem Sinne hat das Hallenstadion durchaus eine Leuchtturmfunktion», sagt Verwaltungsratspräsident Balz Hösly. (MICE-tip)

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