Für Grossanlässe droht ein Verbot bis März 2021

Noch bis Ende August sind Veranstaltungen mit über 1000 Teilnehmenden aufgrund der Corona-Pandemie verboten.
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Die Regierung erwägt, die 1000-Personen-Limite für Events, Messen, Konzerte und Sportanlässe um ein halbes Jahr zu verlängern. Für die Eventbranche würde dies eine weitere Einbusse an Einnahmen und für viele Firmen den drohenden Konkurs bedeuten.

Noch bis Ende August sind Veranstaltungen mit über 1000 Teilnehmenden aufgrund der Corona-Pandemie verboten. Danach jedoch, so die Hoffnung, würde der Bundesrat das Verbot aufheben – und es könnten wieder grosse Events oder auch Konzerte vor grossem Stadionpublikum stattfinden.

Die Vorfreude dürfte verfrüht gewesen sein, wie sich nun zeigt. Der Bundesrat erwägt laut dem «Tages Anzeiger» nämlich, die 1000-Personen-Limite bis März 2021 zu verlängern. Publik wurde die Information an einer Medienkonferenz des Hockeyclubs Lausanne. Patrick de Preux, der Verwaltungsratspräsident des Clubs, sprach vor den Medien von einer «unerträglichen» Perspektive: Ein strenges Verbot bis im nächsten Frühjahr sei «für uns unmöglich». Finanziell könnte der Club unter diesen Bedingungen nicht überleben, betonte de Preux.

Konkret sind es gemäss zuverlässigen Quellen derzeit drei Varianten, die geprüft werden:
  • Als strengste Variante schlägt das Bundesamt für Gesundheit ein vollständiges Verbot für alle Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen bis zum 31. März 2021 vor.
  • Eine zweite Option besteht darin, Anlässe mit über 1000 Personen bewilligungspflichtig zu machen. Auch diese Regelung wäre bis 31. März befristet.
  • Bei Variante 3 schliesslich würde das Verbot per 31. August vollständig aufgehoben.
Entscheidung frühestens am 12. August

Die Vorschläge befinden sich derzeit bei Kantonen und Verbänden in Vernehmlassung. Entscheiden wird der Bundesrat wohl frühestens am 12. August, wenn er sich zur ersten ordentlichen Sitzung nach der Sommerpause trifft. Dass er dabei auf Variante 3, also eine vollständige Öffnung, setzen wird, ist gemäss Insidern unwahrscheinlich. Zu zahlreich sind dafür im Moment die Neuinfektionen. Und auch Mitglieder der bundesrätlichen Corona-Taskforce rieten von einer ersatzlosen Streichung der 1000er-Grenze zuletzt verschiedentlich scharf ab.

Bessere Chancen werden der Variante 2 eingeräumt, also einer Bewilligungspflicht für Grossanlässe. Damit bliebe es wohl primär den Kantonen überlassen, wie streng die Limite angewandt würde. Viele Epidemiologen wiederum sähen eine konsequente Weiterführung des Verbots am liebsten. Freilich steht der Bundesrat unter grossem Druck von Wirtschaft und Verbänden, die Regeln wenigstens teilweise zu lockern. (MICE-tip)