Gastronomie und Hotellerie zeigt sich erfinderisch

Sie bieten Mahlzeitendienste, Take Away oder die Hotels Zimmer für Homeoffice.
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Gastronomen sind es gewohnt, kreativ zu sein. Auch in der derzeitigen Corona-Krisen-Lage tun sie nichts anderes: sie sind kreativ. Sie bieten beispielsweise ihre Gerichte «über die Gasse» an. Wer auf die Website seines Lieblingsrestaurants geht, findet meistens ein solches Angebot. Natürlich stellt sich hier die Frage, ob sich so ein Angebot für die Gastronomen rechnet. «Nein, das tut es in der Regel nicht», erklärt Gerhard Kiniger, Präsident der Gilde etablierter Schweizer Gastronomen und Gastgeber im Restaurant zum Grünen Glas in Zürich. Vor allem in der Stadt sei die Nachfrage nicht überwältigend. Aber von einigen seiner Gilde-Mitglieder, die ihren Betrieb auf dem Land haben, höre er, dass die Nachfrage grösser sei. «Vielerorts in den Dörfern gibt es nur Pizza und Kebab als Take Away, dem man irgendwann überdrüssig ist. Darum verkaufen die Restaurants auf dem Land mehr Gerichte über die Gasse.» Aber man erwirtschafte damit niemals den Umsatz, den man während dem normalen Betrieb einnehme. Den Gastronomen geht es dabei auch darum, sich den Gästen zu zeigen und nicht in Vergessenheit zu geraten.

Um die Angebote sichtbar zu machen, schliessen sich viele Gastronomen zusammen und publizieren ihre Angebote auf ihrer Website, wie beispielsweise Gastro Einsiedeln und Umgebung. «Da sehen die Gäste auf einen Blick, wer was im Take Away oder im Lieferservice anbietet», erklärt Marco Heinzer, Präsident von Gastro Schwyz und Gastgeber im Landgasthof Seeblick in Gross. Auch auf den bekannten Portalen wie Eat.ch oder Mosi.ch sind Angebote von Restaurants zu finden. Andere Betriebe bieten Mahlzeitendienste für ältere Leute an oder auf den Eggbergen im Kanton Uri versorgt ein Gastronom die Leute mit Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs.

Andere nutzen die Zeit, um im Betrieb aufzuräumen, gründlich zu reinigen und sich auf die Zeit nach Corona vorzubereiten. «Langweilig wird es kaum, es gibt immer Dinge, die liegen bleiben und diese kann man in dieser Zeit erledigen», gibt sich Marco Heinzer positiv. Er hofft aber auch, dass die Krise nicht allzu lange dauert und sich die Leute danach wieder in den Restaurants treffen.

Wie für die meisten anderen Branchen ist diese Krise eine riesige Herausforderung. Und obwohl der Bund sehr grosszügige Kredite spricht, sehen viele Restaurateure und Hoteliers davon ab, einen solchen in Anspruch zu nehmen. «Diese Kredite müssen dann auch wieder zurückbezahlt werden und auch wenn wieder Normalbetrieb herrscht, werden die Einnahmen nicht grösser sein als vor der Krise», gibt Joe Herger, Präsident von Gastro Uri und Gastgeber im Hotel Restaurant Krone in Attinghausen zu bedenken.

Dass es eine Bereinigung in der Gastronomie geben werde, davon sind die befragten Gastronomen überzeugt. Diejenigen, die schon vorher Mühe hatten, werden nicht überleben. Da helfen auch die Kredite nicht.

Zimmer für Homeoffice in Rüschlikoner Hotel

Auch die Schweizer Hotels fallen derzeit mit kreativen Angeboten auf. Viele Häuser sind derzeit geschlossen, da sie keine Touristen beherbergen dürfen. Sind Hotels geöffnet, empfangen sie hauptsächlich Mitarbeiter von Firmen, die sich in der Nähe befinden, Angehörige der Armee oder Mitarbeitende in Spitälern oder Arztpraxen. Die Auslastung sei aber nicht annähernd so gross wie sonst. Ausserdem dürfen Hotels im Moment nur ihre Gäste bewirten, darum fallen Take Away oder Lieferdienste weg.

Darum bieten einige Betriebe ihre Zimmer tagsüber für Homeoffice an. Wie beispielsweise das Hotel Belvoir in Rüschlikon. «Wir bieten ab sofort Zimmer als Homeoffice für all jene an, die zwischendurch eine Alternative zu den eigenen vier Wänden suchen oder bislang nicht die Möglichkeit hatten, Homeoffice zu machen», schreibt Hotelier Daniel Kost in einer Mitteilung. Zum Angebot gehört bei den meisten einen Parkplatz, W-Lan, eine Druckerstation sowie Kaffee und Mineralwasser. (DOE)

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