Nordamerikaner sind die «neuen Stars» in Zürich

Mit dem Thema «Querdenker» will sich Zürich 2018 als innovativer Wissensstandort vermarkten.
v.l.: Martin von Moos (Präsident Zürcher Hoteliers), Guglielmo Brentel (Präsident Zürich Tourismus), Martin Sturzenegger (Direktor Zürich Tourismus).

Die Tourismusregion Zürich hat 2017 ein Übernachtungsplus von 6% (+340’100 Logiernächte) verzeichnet. Knapp 6 Mio. Nächte blieben die Gäste in den Hotels der Region, die sich von Baden und Winterthur über die Stadt Zürich und die Flughafenregion bis nach Rapperswil und in den Kanton Zug erstreckt. Nachdem in den vergangenen Jahren v.a. die Flughafenregion zulegte, war die Zürcher City 2017 der grosse Gewinner mit einem Plus von 8%. Über 3 Mio. Übernachtungen verzeichnete die Stadt. Wachstumstreiber seien natürlich die neuen Zürcher Hotels – allen voran das Motel One – gewesen, erklärte Martin Sturzenegger, Direktor von Zürich Tourismus, an der Jahres-Medienkonferenz.

Nordamerika löst Deutschland ab
Der «neue Star» unter den Auslandsgästen, wie es Sturzenegger formulierte, sind in der Subregion Zürich (Stadt, Flughafen, Limmattal, Knonauer Amt) die Nordamerikaner. Mit einem Plus von 14,5% und rund 570’000 Übernachtungen lösen diese die deutschen Gäste (503’000) erstmals als grösster ausländischer Markt ab. Die Schweizer und die Nordamerikaner machen gemeinsam nahezu die Hälfte der Übernachtungen aus. Aus Asien legten v.a. die indischen Gäste stark zu (+30,8%). Vor allem der Zürcher Winter war – u.a. dank der Werbung für die Weihnachtsmärkte – erfolgreicher als gewohnt.

Zimmer-Raten als Herausforderung
Die Zimmerbelegung in den Zürcher Hotels lag 2017 mit 72,8% – trotz 800 Zimmern mehr – genau auf Vorjahresniveau. Herausfordernder sei es, die Zimmer-Raten konstant zu halten, sagte Martin von Moos (Präsident Zürcher Hoteliers). 2017 lag der Durchschnitts-Zimmerpreis in Zürich bei CHF 226 (2016: CHF 230). Dies sei besser als befürchtet, so von Moos. Die Übernachtungen, die den Hotels durch Airbnb verloren gingen, schätzte von Moos auf einige Hunderttausend.

Stiefkind Kongresstourismus 
Während letztes Jahr das Thema Food Zürich als Gastro-City bekannter machen sollte, wird in diesem Jahr mit Innovationen, Querdenkern und dem Thema Klimaforschung für Zürich geworben. Dies soll u.a. auch den Kongresstourismus befruchten. Dieser habe nach wie vor grosses brach liegendes Potenzial, waren sich Sturzenegger, von Moos und Guglielmo Brentel (Präsident Zürich Tourismus) einig. Ein Kongresszentrum auf dem Carparkplatz am Sihlquai mit Kapazität für 3000 Personen sei nach wie vor zwingend notwendig, plädierten die drei Vertreter. In Grossveranstaltungen liege die grösste Wertschöpfung, auch wenn dieser Markt Schwankungen unterworfen sei, so Sturzenegger. Von seiner DNA her sei Zürich, trotz des Wachstums als Leisure-Ziel, weiterhin eine Business-Destination. Darum müsse man sich auch hier weiterentwickeln. (SG)

 

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