Schweiz blickt auf schwierigen Winter zurück

Vor allem bei den europäischen Gästen sieht die Bilanz nicht gut aus.
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Die Schweiz hat eine weitere herausfordernde Wintersaison erlebt. Mit einem kleinen Plus von 0,5% bei den Logiernächten kann noch nicht von einer Trendwende gesprochen werden. Vor allem die Erholung aus Europa lässt weiter auf sich warten, das teilt Schweiz Tourismus aktuell mit.

Seilbahnen Schweiz hatte bis Ende März für die Wintersaison ein Minus von 2,9% bei den Gästezahlen sowie -0.5 % beim Transportumsatz vermeldet. Ähnlich präsentiert sich die Situation bezüglich der Logiernächte in der Hotellerie. Der März brachte ein Minus von 0,7%. Dank einem starken Januar kann die Wintersaison trotzdem provisorisch mit einem Plus von 0,5% bilanziert werden. Die Berggebiete blieben dabei etwa auf dem Niveau des Vorjahres, Wallis zum Beispiel mit -0,1% oder Graubünden mit +0,2%.

Die Deutschen kommen nicht zurück
Positiv entwickelt hatten sich während des gesamten Winters die Fernmärkte USA (+8%), Indien (+13%), Südostasien (+9,2%) und China (+7%). Weiterhin unter Druck sind die europäischen Märkte, etwa mit einem Minus von 4,7% aus Deutschland oder -2,4% aus Frankreich. Erste positive Signale gab es dafür aus Skandinavien (+3,1%) und Benelux (+4,2%). Die Schweiz blieb mit einem Marktanteil von 48,6% und einem Wachstum von 0,5% das Rückgrat für den Schweizer Tourismus.

So wenig Schnee wie nie
Gemäss einer Mitteilung des WSL-Instituts für Schnee- und Lawinenforschung SLF in Davos war der vergangene einer der schneeärmsten Winter überhaupt. Hinzu kam die ungünstige Lage der Feiertage (Weihnachten/Neujahr je an einem Wochenende), so dass der Start in die Saison negativ ausfiel. Ein starker Januar brachte dann aber eine Wende. Der Februar war geprägt von wechselhaftem Wetter, und im März sorgte der frühe Frühlingsbeginn mit warmen Temperaturen im Flachland für eine schwache Entwicklung. Mit Ostern erst im April fehlen diese Gäste im März im Vorjahresvergleich.

Hoffen auf den Sommer
«Angesichts dieser Voraussetzungen ist die Bilanz der Wintersaison durchzogen», schreibt Schweiz Tourismus (ST). Die Bergbahnen mussten eine weitere schwache Saison verkraften, während die Hotellerie insgesamt nur leicht über das tiefe Vorjahresniveau kommen konnte. Insbesondere die Berggebiete blieben mit einem Minus von 0,3% unter Druck. «Eine Stabilisierung der Gästezahlen aus Europa dürfte erst im Laufe des Sommers eintreten», vermutet ST.
Winter 2016_17-Schweiz Tourismus