Seifen, die mehr als saubere Hände hinterlassen

Die Basler Fondation Sapocycle recycelt mit der Stiftung Wohnwerk in Basel seit fünf Jahren gebrauchte Hotelseifen.

Die Basler Fondation Sapocycle hat einen aussergewöhnlichen karitativen Kreislauf geschaffen, der Menschen weit mehr als monetäre Unterstützung bietet. Die von Dorothée Schiesser gegründete Hilfsorganisation recycelt mit der Stiftung Wohnwerk in Basel seit fünf Jahren gebrauchte Hotelseifen und schickt diese zur Verbesserung der Hygienesituation von Menschen in Not in der Schweiz sowie in Krisengebieten auf der ganzen Welt. Nun lanciert die Organisation Sapocycle im November ihren neuen Online-Spendenshop, damit in Zukunft noch weniger Seifen im Abfall landen. Den Startschuss für den Launch gibt die gemeinsame Hilfsaktion mit Calida in Verbindung mit einem vorgezogenen Weihnachtsgeschenk.

Secondhand und trotzdem neu

In vielen Hotelzimmern liegen für jeden neuen Gast die einzeln verpackten, kleinen Seifen. Jedes Jahr landen davon in der Schweiz über 150 Tonnen im Abfall. Sapocycle hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Seifen wiederzuverwerten und Menschen in Not mit einem lebenswichtigen Hygieneartikel zu versorgen. Mittlerweile sind über 214 Hotels in der ganzen Schweiz und Frankreich Teil des Programms. Die Housekeepingteams sammeln nach Abreise der Gäste die Seifen in separaten Behältern. Die Boxen werden von Planzer Paket, dem Speditionspartner, auf ohnehin disponierten Fahrten abgeholt und zur Stiftung Wohnwerk nach Basel gebracht. Im Wohnwerk entstanden durch diese Kooperation sechs Arbeitsplätze für Menschen mit einer Beeinträchtigung. Das Team bereitet hier die Seifen so auf, dass keine Keime und Bakterien mehr enthalten sind. Danach werden aus der sauberen Masse neue Seifen geformt. Dorothée Schiesser sagt: «Unsere Seifen werden sortiert, gereinigt, gemahlen, erhitzt, sodass sämtliche Keime und Bakterien entfernt werden. Unsere Seifen sind zu 100 % recycelt, 100 % sauber und 100 % sicher.»

Der grösste Teil der Seifen wird dann sowohl innerhalb der Schweiz als auch weltweit über verschiedene Hilfswerke an Menschen in Not versandt. So verteilt der Verein Tischlein Deck Dich die Seifen zum Beispiel an von Armut betroffene Menschen in der Schweiz. Weltweit gehen die Seifen etwa an die Flüchtlingscamps nach Bulgarien oder an Krankenhäuser in Syrien. Die Handhygiene spielt bei der Eindämmung von ansteckenden und in Entwicklungsländern oft tödlich verlaufenden Krankheiten eine entscheidende Rolle. Somit leistet jeder Einzelne in diesem Kreislauf zum Upcycling der Seife seinen wichtigen Beitrag und profitiert gleichzeitig auf individuelle Weise davon. (MICE-tip)

Drucken