Tourismus erhält weniger Geld als gewünscht

Der Tourismus in der Schweiz erhält vom Bund 40 Millionen Franken, die zusätzlichen 27 Millionen für Tourismuspartner wurden nicht gesprochen.
© Rhema Kallianpur on Unsplash

Mehr als 57 Milliarden Franken haben National- und Ständerat zur Bewältigung der Corona-Krise bewilligt. Letzte Details sind noch umstritten. Eine Differenz betrifft den Tourismus.

Der Bundesrat hatte für die Branche keine besondere Unterstützung vorgesehen. Der Ständerat beschloss aber, die Tourismuspartner von Schweiz Tourismus mit 27 Millionen Franken zu unterstützen. 40 Millionen Franken will er einsetzen, um den Binnentourismus anzukurbeln.

Der Nationalrat genehmigte nur die 40 Millionen Franken, wie die «Hotel Revue» vermeldet. Den Kredit über 27 Millionen Franken lehnte er ab, weil das Geld unter anderem an Grossbanken oder Unternehmen wie Red Bull geht. Das war der Stand am Dienstagabend. Bis am Mittwochnachmittag berieten beide Räte das Geschäft ein weiteres Mal und hielten an ihren Positionen fest.

Auch für einen Kompromissvorschlag, der die Hälfte des umstrittenen Betrags forderte, fand sich im Nationalrat keine Mehrheit. Der Entscheid fiel aber relativ knapp aus. Die grosse Kammer beharrte auch darauf, dass nur nachhaltiger Tourismus unterstützt werden soll.

Viel weniger Logiernächte im März

Wie viele andere Branchen, gehört auch die Hotellerie in der Schweiz zu den grossen Corona-Verlierern. Der Ausbruch der Corona-Pandemie, Grenzschliessungen und weltweite Reisebeschränkungen haben die Schweizer Hotellerie im März voll erfasst. Die Zahl der Logiernächte sank im März auf 1.3 Millionen, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) mitteilte, ein Rückgang von 62.3 Prozent zum Vorjahr.

Die drastischen Massnahmen, die rund um den Globus zur Eindämmung des Virus verordnet wurden, haben den Tourismus auch hierzulande praktisch zum Erliegen gebracht. Seit Mitte März sind Reisen in die Schweiz nicht mehr möglich und auch die heimische Bevölkerung ist dazu aufgefordert worden, zu Hause zu bleiben.

Etwas stärker war der Einbruch der Hotelübernachtungen bei den ausländischen Gästen. Deren Logiernächte sackten um 68.1 Prozent auf noch 557’368 ab. Die Logiernächte von Schweizer Hotelgästen gingen mit 55.9 Prozent auf noch 706’863 ebenfalls massiv zurück.

Diskussion um Geschäftsmieten

Umstritten bleibt auch der Kredit zur Finanzierung einer Lösung für Geschäftsmieten. Der Ständerat liess am Mittwochmorgen zwar den Kredit über 50 Millionen Franken fallen, mit dem er sein Konzept finanzieren wollte. Dieses ist inzwischen gescheitert.

Im aktuellen Vorschlag ist ein Härtefallfonds für Vermieter vorgesehen. Für den Fonds beschloss der Ständerat vorsorglich einen Kredit von 20 Millionen Franken. Der Nationalrat hat das nun aber erneut abgelehnt. Ob es für das Problem der Geschäftsmieten eine Lösung gibt, bleibt bis zur Sommersession in der Schwebe. (MICE-tip)

Drucken