Wen soll ich einstellen?

Diplome sind keine Garantie. Welche Mitarbeiter braucht die Eventbranche und welche Ausbildung macht Sinn?

In der Branche ist es üblich, dass überdurchschnittlich viele Bewerbungsschreiben ins Haus flattern, wenn die ausgeschriebene Position mit dem Wort «Events» bestückt ist. Das heisst also, dass sich viele Bewerber, ob mit oder ohne geeignete Ausbildung, eine Tätigkeit im Veranstaltungsbereich zutrauen – oder ganz simpel in diesem Bereich arbeiten wollen –, ohne teilweise wirklich zu wissen, was das alles beinhaltet. Wo setzt man nun an? Abgeschlossene Ausbildung, Erfahrungsausweis, positive Ausstrahlung, ein Arbeitstier? Die Frage scheint mir falsch gestellt. Die Frage sollte lauten: Was brauche ich?

Im Veranstaltungsbereich gibt es weder ein Patentrezept, noch eine Garantie, dass mit einer abgeschlossenen Ausbildung, besuchten Fachkursen usw. die geeignete Person für die gesuchte Stelle gefunden wird. Es ist sicherlich eine gute Basis – jedoch darf man verschiedene Aspekte nicht unterschätzen. Miroslav Bauer ist CEO und Mitbesitzer der Q Events AG in Glattbrugg, der Agentur für Incentives, Events und Destination Management. Er ist lic. oec. HSG und war zudem Eishockeytrainer in der NLB. Der Autor Teamplayer? Flexibel? Diszipliniert?
Ausdauernd? Antizipierend? Kostenbewusst? Kundenorientiert? Guter Verhandler? Logisches Denken? All diese Eigenschaften und noch viele mehr sind kaum an einer Schule zu lernen, sind aber Charaktereigenschaften, die in unserer Branche unentbehrlich sind.

Weitere Fragen sind, ob man einen Junior oder Senior sucht, ob Sales oder Project Manager – auch dies hat einen Einfluss auf das Anforderungsprofil. Doch eines bleibt für alle gleich: die Bereitschaft hart zu arbeiten, jeden Tag zu lernen, sich in einem Team zu integrieren, unplanmässige Situationen zu meistern und vor allem kommunikativ zu sein. Also spielt die Ausbildung keine grosse Rolle? Sollen Agenturen überhaupt darin investieren? Ich bin der Meinung, dass ein guter Mix wichtig ist. Es kommt auch auf die Spezialisierung der Agentur an. Vieles kann aber auch intern weitergegeben werden, «training on the job» mit gutem Coaching bringt meiner Meinung nach am meisten, gepaart mit einer soliden schulischen Grundausbildung. Und vergessen wir die notwendigen Charaktereigenschaften nicht.

Aha- und Wow-Effekte
Wenn eine Ausbildung, dann welche? Es gibt verschiedene gute Tourismusfachschulen, welche einem einen breiteren Einblick in die Tourismuswelt verschaffen. Es ist aber unbedingt darauf zu achten, dass die Schule sehr praxisbezogen schult und nicht nur Theorie vermittelt. Beispiele aus der Praxis widerspiegeln doch den einen oder anderen Aha- oder Wow-Effekt im späteren Berufsleben. Für spezifische Schulungen, wie z.B. für das Event-Management, ist es wichtig, wenn irgend möglich, das Gelernte auch sofort in der Praxis, schulbegleitend, umzusetzen. Es ist aber auch wichtig, gewisse Theorien zu hinterfragen und sich selbst ein Konzept für eine erfolgreiche Umsetzung eines Projektes zurechtzulegen. Jedes Projekt ist anders – darum ist es wichtig, auch die entsprechenden Charaktereigenschaften mitzubringen, gewisse Situationen zu akzeptieren und Lösungen zu präsentieren, statt sich fürchterlich über Kunden und Lieferanten oder sogar Arbeitskollegen aufzuregen. Die Ruhe selbst beruhigt – nicht nur sich selbst.

Autor: Miroslav Bauer Miroslav Bauer ist CEO und Mitbesitzer der Q Events AG in Glattbrugg, der Agentur für Incentives, Events und Destination Management. Er ist lic. oec. HSG und war zudem Eishockeytrainer in der NLB.
Autor: Miroslav Bauer
Miroslav Bauer ist CEO und Mitbesitzer der Q Events AG in Glattbrugg, der Agentur für Incentives, Events und Destination Management. Er ist lic. oec. HSG und war zudem Eishockeytrainer in der NLB.

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