Zürich Tourismus setzt auf nachhaltige Veranstaltungsplanung

Das Thema Umweltschutz ist auch in der MICE-Branche omnipräsent.
Das Team von Zurich Tourismus: v.l. Magdalena Krol, Kerstin Haag, Uta Kroll (Leiterin Kongressbüro), Rahel Bätschmann, Anita Mirer.

Im Pavillon le Corbusier in Zürich stellte Zürich Tourismus ihre eigenen Hilfsmittel für eine nachhaltige Veranstaltungsplanung vor. Auf der Internetseite der Tourismusorganisation finden Eventplaner viele nützliche Adressen und Links.

Uta Kroll, die Leiterin des Kongressbüros, zeigte auf, was Zürich Tourismus diesbezüglich anbietet. «Wer bei der Eventplanung eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt, braucht Dienstleister, die für die gleichen Werte stehen.» Zertifizierte Eventplaner, Agenturen und DMCs mit Erfahrungen im Nachhaltigkeitsbereich bringen die nötige Unterstützung bei der Umsetzung klimafreundlicher Kongresse. Die Kompensation von CO2-Emissionen sei eine Möglichkeit, um klimaneutrale Events auszurichten. Mit den Emissionsrechnern der Stiftung Myclimate oder der Organisation South Pole könne man die Ökobilanz von Events berechnen und einen entsprechenden Geldwert in Klimaschutzprojekte investieren, so Uta Kroll weiter. Das Team des Kongressbüros Zürich habe die Kontakte zu passenden Dienstleistern für nachhaltige Veranstaltungen.

Ein Tool von der ETH

Gina Moergeli von der Abteilung Sicherheit, Gesundheit und Umwelt bei der ETH Zürich, stellte ihre Website vor, die sie zusammen mit ihrem Team entwickelt hat. Darin finden Eventplaner zahlreiche Tipps, wie man bei einem Anlass mit einfachen Mitteln für Nachhaltigkeit sorgen kann. «Nachhaltigkeit muss einfach umzusetzen sein, unser Tool soll dabei helfen.» Sie hätten selber festgestellt, dass vielen Eventmanagern das Bewusstsein für Nachhaltigkeit fehle und sie darum das Wissen über Alternativen nicht hätten.
So könne man für die Dekoration beispielsweise statt Schnittblumen, Pflanzen in Töpfen wählen und diese nicht kaufen, sondern mieten. Somit schone man nicht nur die Umwelt, sondern auch das Portemonnaie. Das Tool ist online noch nicht verfügbar. «Im Dezember wird die Website auf Deutsch online gehen und Ende Jahr auf Englisch», erklärte Gina Moergeli.

Es geht auch ohne Abfall, wenigstens fast

Michael Hollstein von der Firma Aroma berichtete über das Zero-Waste-Festival, welches im Gewerbe- und Wohnhaus Noerd in Zürich stattgefunden hat. Die Unternehmen, wie Freitag, Aroma und Metall Werk, zusammen mit Tara Welschinger vom Foifi haben diesen Anlass im vergangenen Jahr auf die Beine gestellt. Zum Fest gehörte auch Street Food, ein Design- und Flohmarkt, Live-Musik, Noerd-Aktivitäten für Gross und Klein und «Green Stage» Workshops und Präsentationen. Das Bemerkenswerte an dieser Veranstaltung war, dass die 4000 Besucherinnen und Besucher lediglich 48 Kilogramm Abfall produziert haben, also 12 Gramm pro Person. Normalerweise fallen an solchen Veranstaltungen 20 Kilogramm Abfall pro Person an.

Michael Hollstein erklärte, wie sie zu diesem tollen Ergebnis gekommen sind. «Beispielsweise haben die Leute ihr Geschirr selber mitgebracht.» Ausserdem verpflichteten sie die anwesenden Betreiber der Food Trucks nur regionale Produkte zu verarbeiten und darauf zu achten, dass kein Food Waste entsteht. Was natürlich kaum zu vermeiden ist. «Darum haben die Leute nach dem Fest die Reste mit nach Hause genommen. So wie man das an einer Privatparty auch macht», resümierte Hollstein. (MICE-tip)

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