Zweifaches Plus bei den Swiss Deluxe Hotels

Bei der Präsentation der positiven Zahlen der Luxushotelgruppe wurde auch über das Thema Qualität- versus Massentourismus diskutiert.
Podiumsdiskussion (v.l.) Jan E. Brucker, Christian Jott Jenny, Daniel Luggen, Gerhard Walter, Siro Barino. © Swiss Deluxe Hotels

Das Wachstum war zwar nicht mehr so fulminant wie im letzten Jahr, aber Jan E. Brucker, Präsident des Swiss Deluxe Hotels, zeigte sich dennoch zufrieden mit den Zahlen. Plus 3,45% bei den Logiernächten auf 1’229’448 und plus 4,55% beim Umsatz auf CHF 1,52 Mia. konnten 2018 ausgewiesen werden. Kräftig zugelegt haben dabei Kanada mit 39,6% mehr Logiernächten als noch 2017 und China mit +15,7%. Etwas moderater präsentieren sich die USA mit +8,6%. Nach einem massiven Plus von 22,0% im 2017 generierte Deutschland im letzten Jahr nur noch +1,6%, «aber wir sind bei den deutschen Gästen immer noch im Plus», betonte Brucker bei der Präsentation der Zahlen in Zürich.

Auch für das laufende Jahr zeigt sich die Luxushotelgruppe mit 40 Mitgliedern zuversichtlich. «Die Wintersaison war sehr gut», so Siro Barino, Managing Director. Und im Juli diesen Jahres wird auch der Quellenhof in Bad Ragaz frisch renoviert wieder eröffnet und feiert gleich sein 150-Jahr-Jubiläum. Ebenfalls für Renovationsarbeiten geschlossen sind zurzeit das Palace Hotel in Luzern, das im Sommer 2020 seine Tore wieder öffnen wird, und das Eden au Lac in Zürich.

Der Abstimmung über das revidierte Waffengesetz blickt man mit gemischten Gefühlen entgegen. Sollte dieses abgelehnt werden, droht der Schweiz ein Ausschluss aus dem Schengen-Abkommen, womit auch die liberalen Visa-Bestimmungen hinfällig wären. Dass dies negative Auswirkungen auf den Incoming-Tourismus haben würde, liegt auf der Hand.

Kein Overtourism in der Schweiz

Im Anschluss an die Präsentation der Zahlen ging der Österreicher Gerhard Walter, CEO von Engadin St. Moritz Tourismus, in einer Keynote auf das Thema Qualitäts- versus Massentourismus ein. Er wies darauf hin, dass der sogenannte Overtourism kein neues Phänomen, in der Schweiz aber nur an ganz wenigen Orten zu spüren sei. Doch der Tourismus bleibe eine Wachstumsbranche, was auch mehr Gäste in die Schweiz bringen wird. Dennoch geht er davon aus, dass der Massentourismus nicht die Ausmasse annehmen werde wie es beispielsweise in Venedig, Barcelona oder Amsterdam. Es fehlten dazu die grossen Flughäfen und die Lowcost-Carrier, welche die Touristen in Massen in die Schweiz bringen würden.

An der Podiumsdiskussion gingen die Gesprächsteilnehmer – neben Walter und Brucker waren dies Daniel Luggen, Kurdirektor Zermatt Tourismus, und Christian Jott Jenny, Gemeindepräsident St. Moritz – mit Walter einig, dass Overtourism für die Schweiz kein Thema werde. Dass die Schweiz den Ruf als Hochpreisland hat, habe auch seine positiven Seiten. Dennoch müsse sie sich weiterentwickeln, was aber manchmal nicht ganz einfach sei. Die Interessen der Einwohner von Touristenorten wie Zermatt oder St. Moritz driften oft sehr weit auseinander. Jott Jenny konnte davon ein Lied singen, betonte aber auch, dass man nur weiterkomme, wenn man die Einheimischen mit ins Boot nehme. (NDR)

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