STMF 2017: Maschine statt Mensch – Direct Connect ja oder nein?

Hoteleinkauf der Zukunft, die Flugdistribution und die Rolle der künstlichen Intelligenz für Geschäftsreisen waren die Kernthemen des 12. Swiss Travel Management Forum.
alle Fotos © Armin Grässl

Die 12. Ausgabe des Swiss Travel Management Forum wartete mit einigen Änderungen auf. Nebst einer neuen Location, dem Sheraton Zürich-West, kam es zu einer weiteren Premiere: Erstmals wurde eine Podiumsdiskussion in Englisch geführt. Dies tat dem Inhalt und der Qualität aber keinen Abbruch. Nur schon, weil beim Thema «NDC, DCC, Direct Connect – wie kauft man morgen Flugtickets ein?» ohnehin fast jedes zweite Wort eine Englisches sei, wie Tagesmoderator und Chefredaktor des Veranstalters «Business Traveltip» Stefan Jäggi bemerkte. Insgesamt nahmen 140 Personen am Forum teil, rund ein Viertel davon waren Travel Manager.

Angeregter Schlagabtausch
Auf der Bühne standen Xavier Lagardère (Head of Distribution Lufthansa Group Hub Airlines), Alexander Albert (Director Business Management Deutschland & Schweiz HRG), Anita Lauper (Global Travel Manager Bank Julius Bär) und Philip Saunders (Vice President Air Commerce EMEA Travelport). Vor dem Beginn der Diskussion gaben sich noch alle brav die Hand; danach flogen zwar nicht gerade die Fäuste, es entwickelte sich aber ein angeregter, verbaler Schlagabtausch insbesondere zwischen Xavier Lagardère und Anita Lauper. Diese meinte nämlich, die Lufthansa Group diskriminiere mit ihrem Direct Connect die Corporate Traveller, was der Mann von Lufthansa natürlich vehement verneinte.

Hoteleinkauf outsourcen?
Den Auftakt zum Swiss Travel Management Forum machte der traditionelle Lunch «for Corporates only», wo sich die Teilnehmenden unter Ausschluss der Öffentlichkeit austauschen konnten. Gastreferent war Werner E. Wiedmer, Chairman Visit USA Committee Schweiz. Er sprach über über die Einreiseverfahren für Businessreisende und sagte dabei, dass in der Regel ein ESTA dafür genüge. Ebenfalls zeigte er auf, dass sich die Anzahl Einreisen nicht wie vielerorts angenommen etwa bei der Wahl eines neuen Präsidenten verändern, sondern dass sich diese analog dem Wechselkurs bewegen. Den offiziellen Teil eröffnete Hans-Ingo Biehl, Geschäftsführer VDR, mit dem Grusswort und anschliessend Tobias Ragge, CEO HRS, mit seinem Keynote Referat zum Thema «Wohin steuert der Hoteleinkauf in Zukunft?». Seine Hauptaussage dabei: Durch Outsourcing gebe es Professionalisierung.

Vor der Pause gab es dann noch die beiden Breakout-Sessions von Christian Rosenbaum, Manager Strategic Relations i:FAO Group. Er befasste sich mit dem Thema «End-to-End» während Tobias Ehlen, Fachbereich Touristik/Verkehrswesen an der Hochschule Worms, über «Sharing Economy bei der Geschäftsreise: Risiken und Rechtliches» sprach.

Künstliche Intelligenz auf dem Vormarsch?
Den Abschluss eines gelungenen Tages machte unter anderem Oliver Puhe, touristischer Trendforscher und Innovationscoach, mit seinem erfrischenden Vortrag über die «Künstliche Intelligenz auf Geschäftsreisen». Zur Beruhigung aller sagte er am Schluss: «Keine Sorge, wir werden nicht durch Maschinen ersetzt – zumindest noch nicht unsere Generation.» Weiter dazu diskutierten danach zusammen mit Puhe Gabriel Peter (Head of Travel Management Actelion), Verena Funke (Geschäftsführerin Deutschland Egencia), und Stefan Stille (Manager Security & Technology Consulting Concur).

Den Abschluss bildete dann der Networking-Cocktail, bei dem weiterhin intensiv über die verschiedensten Themen diskutiert wurde. (FAE)

 

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