Keine Zweidrittel-Mehrheit für mehr Frauen im Vorstand

Auf der Agenda der Hotellerie Suisse-Delegiertenversammlung: eine diversere Gestaltung des Vorstands, die stratgische Ausrichtung und das Budget 2022.
DV der HotellerieSuisse am 19. November 2021 im Lausanne Palace Foto: zVg

Anlässlich der Winter-Delegiertenversammlung der Hotellerie Suisse im Hotel Palace Lausanne wurde bekannt, dass in der Verbandsleitung ab 2023 zwei Sitze neu zu besetzen sind. Ein Antrag zur gezielten Förderung des Einsitzes von Frauen im strategischen Organ sorgte für regen Austausch und kein eindeutig-positives Ergebnis.

Zwar ist es erklärtes Ziel sämtlicher 130 Delegierten, das Gremium in Zukunft diverser zu gestalten. Der Antrag erhielt jedoch nicht die nötige Zweidrittel-Mehrheit. Das Budget 2022 wurde dagegen genehmigt sowie die strategische Ausrichtung des Verbandes erläutert.

Hotellerie Suisse Präsident Andreas Züllig. Foto: zVg

Jörg Arnold sowie Urs Zimmermann haben sich entschieden, ihr Amt ein Jahr vor Ablauf ihrer Amtsdauer zur Verfügung zu stellen. Dies, damit 2023, mit Ende der Amtszeit von Andreas Züllig, keine Dreier-Vakanz entsteht. So kann ein geordneter Nachfolgeprozess in Gang gesetzt werden. Die 13 Regionalverbände haben bis  Frühsommer die Möglichkeit, allfällige Kandidat*innen zur Nomination vorzuschlagen.

Sechzig Hotelièren haben einen Antrag zur Förderung der Geschlechtervielfalt im höchsten strategischen Organ eingereicht. Hintergrund ist, dass Stand Februar 2021 nur 3.6 Prozent aller Sitze im nationalen und den 13 regionalen Gremien mit Frauen besetzt sind.

In der konstruktiven Diskussion rund um den Antrag betonten die Anwesenden zwar, dass die Förderung von Diversität in der Verbandsleitung entscheidend sei für eine moderne Grundausrichtung. Demzufolge müsste es erklärtes Ziel sein, bei den nächsten Wahlen den Frauenanteil zu erhöhen. Dass die dafür notwendigen Kompetenzen bei beiden Geschlechtern zu finden sind, sei selbstverständlich.

Der Antrag jedoch scheiterte schlussendlich, trotz über 50 Prozent Zustimmung, an der erforderlichen Zweidrittel-Mehrheit.

«Wir hoffen, dass wir mit dem Antrag das Bewusstsein für Diversität schärfen konnten und zahlreiche kompetente Frauen motiviert haben, sich das Engagement in strategischen Gremien auch zuzutrauen», unterstrich Corina Gilgen. Sie ist Präsidentin der Hotellerie Suisse Bern und Mittelland. Gilgen ist Mitinitiantin des Antrages. Auch Direktor Claude Meier hoffte ähnliches: «Der Antrag war ein Weckruf im Hinblick auf die Vakanzen per 2023. Wir hoffen auf einen Mix aus kompetenten Kandidat*innen für die zwei Sitze».

Als weiteren Entscheid wurde das von Urs Bircher präsentierte Jahresbudget 2022 genehmigt. Präsident Züllig und Direktor Meier erläuterten anschliessend, wieso die 2016 definierte Verbandsstrategie auch in der nächsten Strategieperiode noch Gültigkeit hat. «Wir wollen weiterhin konsequent auf unmittelbaren Mitgliedernutzen und langfristig positive Rahmenbedingungen für die Branche fokussieren», fasste Züllig zusammen.

In der Talkrunde ‚Future Hospitality‘ wurde klar, dass sich die Branche über die Herausforderungen in der Branche Einigkeit ist. Sowohl Jonas Gass, Direktor Design und Lifestyle Hotel Nomad Basel, als auch Laure von Wyss, Direktorin Hotel de l’Aigle, machten deutlich, dass dringend gehandelt werden muss, um attraktiver für Fachkräfte zu werden.

Ueli Schneider und Nicole Brändle Schlegel von Hotellerie Suisse berichteten, wie der Verband im Jahr 2022 mit ‚Future Hospitality‘ einen besonderen Fokus auf das Thema setzen wird. Als Basis dazu dient eine umfassende, 2018 erarbeitete Studie, die  Handlungsfelder für das Steigern der Attraktivität der Hotellerie- und Gastronomiebranche skizziert.

Nach drei virtuellen Meetings war die Stimmung entsprechend vor Ort locker und freudig. «Der Netzwerkgedanke an einer Delegiertenversammlung ist mindestens so wichtig, wie die effektiven Delegiertenentscheide», sagte Hotellerie-Suisse-Präsident Andreas Züllig. (MICE-tip)