Max E. Katz, Chief Financial Officer (CFO) der Kuoni-Gruppe nahm es bei
der Präsentation des Jahresabschlusses vorweg: «Wir sind uns bewusst,
dass 2008 niemanden mehr interessiert; alle wollen nur wissen, wie
schlecht 2009 wird.» Er und CEO Peter Rothwell liessen es sich trotzdem
nicht nehmen, auf ihr erfreuliches Geschäftsjahr 2008 zurückzublicken.
In diesem wurde der Nettoerlös um 3,3% auf CHF 4,85 Mia. gesteigert,
und das organische Wachstum betrug 4,4%, womit sich Katz zufrieden
zeigt, da das weltweite Marktwachstum von der UN World Tourism
Organisation mit 2% beziffert wird. Der Anstieg aus Akquisitionen
betrug 5,9%. Wachstum durch Akquisitionen bleibt denn auch ein Thema,
wie Max E. Katz bestätigt: «Wir sehen für das Jahr 2009 gute
Möglichkeiten, akquisitorisch tätig zu sein.»
Einen negativen Einfluss auf die Jahresbilanz hatten 2008 die
Wechselkurse: Alle für die Kuoni-Gruppe relevanten Währungen gaben
gegenüber dem Schweizer Franken zum Teil deutlich nach. Den stärksten
Einbruch zeigte das britische Pfund mit durchschnittlich 17%. Die
Währungseinflüsse seien denn auch der einzige Grund, weshalb der
angestrebte Nettoerlös von CHF 5 Mia. nicht erreicht wurde.
Das Betriebsergebnis (EBIT Earnings before Interests and Taxes)
konnte trotzdem gesteigert werden, und zwar um 8,6% auf CHF 151,5 Mio.
Die EBIT-Marge erhöhte sich von 3,0 auf 3,1%. Erneut gesteigert wurde
auch der Reingewinn, und zwar um 12,1% auf CHF 152,1 Mio. «Das ist das
höchste je erzielte Ergebnis in der 103-jährigen Geschichte der
Kuoni-Gruppe», kommentierte CFO Katz nicht ohne Stolz.
Einen besonderen Beitrag zum Betriebsergebnis leisteten die
Geschäftseinheiten Asien & Destination Management, Skandinavien und
Schweiz. Die Einheit Schweiz steigerte den Nettoerlös um 2,7% auf CHF
1,03 Mia. und verdoppelte den EBIT auf CHF 39,6 Mio. Davon sind zwar
CHF 9,5 Mio. nicht mehr notwendige Abschreibungen der verkauften
Edelweiss Air, doch selbst unter Ausklammerung dieses Einmaleffekts
weist die Schweiz eine EBIT-Marge von 3% aus.
Gründe für diesen Erfolg seien die erfolgreiche Neupositionierung von
Helvetic Tours sowie das 2007 lancierte Restrukturierungsprogramm.
Belastende Wirkung hätten hingegen die eingebrochene Kenia-Nachfrage
sowie der Restrukturierungsbedarf bei Frantour gezeigt.
Trotz trüben Aussichten warf CEO Rothwell auch einen Blick auf das
laufende Jahr. Er gab bekannt, dass die Gruppe per 15. März im
Veranstaltergeschäft 24% gerechnet in CHF unter dem Vorjahresstand
liegt. In Lokalwährung ist das Minus ein bisschen weniger dramatisch,
nämlich 13%. Er betonte jedoch, dass die diesjährigen Buchungsstände
kaum mit jenen des Vorjahres zu vergleichen seien, weil 2008 zum selben
Zeitpunkt bedeutend mehr längerfristige Buchungen getätigt wurden.
Die 2007 eingeführte Spartenstruktur (Divisionen Smart, Style und
Destinations) wird ab diesem Jahr auch in der Bilanzberichterstattung
angewendet, weshalb die Zahlen nicht mehr länderspezifisch ausgewiesen
werden. Prozentual werde die Division Style laut Max E. Katz etwa 50%
ausmachen, und die Divisionen Smart und Destinations je ungefähr 25%.
Dabei fällt das Buchungsminus in der Division Style mit 27%
(Lokalwährung 17%) deutlich höher aus, als jenes in der Division Smart
mit 19% (Lokalwährung 5%).
Sara Marty



