Am Asia Pacific Workshop 1985 (APW) dem heutigen Asia Workshop (AW) lancierten Vera und Christian Trachsel den ersten Katalog des von den beiden gegründeten, auf Indien spezialisierten Reiseveranstalters Inditours. Zuerst agierten sie von ihrem Zuhause in Aeugst am Albis aus, später in einem separaten Büro im Ort. Am ersten Weihnachts-essen der Firma waren bereits vier Personen dabei und die Trachsels setzten weiter auf Expansion.
In den Jahren 1992 und 1998 wurde mit dem Zukauf von Tropic Tours bzw. Soleytours die Angebotspalette um Sri Lanka/Malediven bzw. den Indischen Ozean erweitert. Jede der drei Firmen beschäftigte jeweils zwischen vier und sechs Mitarbeitende. Zusätzlich waren auf den Malediven und Sri Lanka bis zu vier Reiseleiterinnen und Reiseleiter stationiert. Am 1. Juli 2005 stieg Sohn Peter ins Geschäft der Eltern ein.
Per 1. Juli 2006 verkauften die Trachsels die drei Marken Inditours, Tropic Tours und Soleytours nicht aber den Firmenmantel an Travelhouse, das damals den Herren Oskar Laubi und Thomas Stirnimann, die das Unternehmen führten, sowie Peter Diethelm als zusätzlichem Investor gehörte. Nur kurz darauf, Ende Oktober 2006, gab Hotelplan am TTW die Übernahme von Travelhouse bekannt.
Die drei Marken Inditours, Tropic Tours und Soleytours generierten beim Verkauf mit rund 6000 Kunden einen Umsatz von ca. 15 Mio. Franken. Durchschnittlich 1000 bis 1500 Kunden sowie ein Umsatz von 4,5 bis 6 Mio. Franken entfielen auf Inditours. Die Trachsels zogen sich aus dem touristischen Alltagsgeschäft zurück. Sohn Peter hingegen war einer von 15 Mitarbeitenden, die von Travelhouse übernommen wurden. Zu Beginn als Sachbearbeiter für Inditours tätig, ist er seit 1. September 2008 als Senior Product Manager für das Tagesgeschäft zuständig und rapportiert an Ruth Landolt (Director), die auch für Africantrails und Wettstein verantwortlich zeichnet. Das Angebot von Tropic Tours wurde bei Soleytours integriert, Tropic Tours als Marke verschwand. Die Angebote Südliches Afrika von Soleytours wurden von Africantrails übernommen.
Das Jahr 2008 bezeichnet Trachsel als eines der besten für Inditours: «Doch die Anschläge in Mumbai vom November 2008 stoppten die Erfolgsgeschichte abrupt, es kamen kaum mehr Neubuchungen herein. Und auch der Start der Saison 2009/10, die vom Oktober bis April dauert, war noch etwas harzig. Seit Februar 2010 verzeichnen wir eine markante Nachfragesteigerung, liegen aber im Moment noch rund 20% hinter dem sehr guten 2008 zurück. Dies auf das Geschäftsjahr bezogen, das per 31. Oktober endet. Im August erscheint der neue Katalog und ich denke, dass wir damit für den Oktober, einen Hauptsaison-Monat, noch einen Endspurt für das laufende Geschäftsjahr hinlegen können.»
Urs Hirt
Neuer Katalog, guter Buchungsstand, viel Know-how
Im neuen Layout erscheint in der Woche 32 der neue Inditours-Katalog, gültig vom 1. Oktober 2010 bis 30. September 2011. Peter Trachsel: «Der Katalog präsentiert sich grosszügiger und übersichtlicher, umfasst wiederum 164 Seiten plus neu eine separate Jahrespreisliste. Wir werden neue Rundreisen und Hotels präsentieren, grundsätzlich liegt unser Fokus auf Häusern mit Geschichte, Charme und Charakter. In Goa wurde das Hotelangebot noch stärker mit jenem von Hotelplan abgeglichen.»
Die Vorausbuchungen für November bis Januar bezeichnet Trachsel als bereits sehr gut. Da der Katalog und die Preisliste in der Endphase der Produktion sind, könne man bereits die Buchungen mit effektiven Preisen bestätigen, wobei wie immer bei Indien mehr als 90% der Buchungen individuell und massgeschneidert zusammengestellt seien und nicht 1:1 aus dem Katalog übernommen. Der einzelne Dossierwert sei etwas gesunken, die Kundenanzahl gleichzeitig aber gestiegen. Etliche Kunden würden derzeit eher eine tiefere Hotelkategorie buchen, was bei Inditours kein Problem sei, da man in jeder Kategorie immer das Beste anbiete, so Trachsel.
Qualität, Know-how und gute Beziehungen über den Partner in Indien sowie eine lange Verbundenheit zu Land und Leuten sind laut Trachsel das Erfolgsrezept von Inditours: «Wir haben langjährige Mitarbeitende und kennen unser ganzes Angebot. Ich bin überzeugt, dass wir noch immer zu den innovativsten Indien-Anbietern in der Schweiz gehören. In den letzten Jahren sind neue Mitbewerber dazugekommen, der Markt wird aber nicht grösser. Einige dieser neuen Anbieter versuchen, über den Preis Marktanteile zu gewinnen. Ich glaube nicht, dass das längerfristig Erfolg haben wird, denn Indien-Reisen zu verkaufen ist mit viel Arbeit und Beratung verbunden, und letztlich sollte unter dem Strich ja noch etwas bleiben.»
UH



