Als sich der Tourismus in Ostafrika in den späten 60er-Jahren entwickelte, organisierte der Schweizer Beat Frey vor Ort Safaris für Kleingruppen. 1971 kehrte er zurück in die Schweiz und gründete eine Firma, um seine Safaris auch von der Schweiz aus zu koordinieren. Geboren war Privat Safaris, heute bekannt als Private Safaris.
Der heutige Geschäftsführer Claudio Nauli überlässt das Wort gerne seiner Verkaufschefin Isabella Münster, wenn es um die Vergangenheit des Unternehmens geht. Münster ist seit 30 Jahren für den Veranstalter tätig und erzählt gerne von der Zeit, als die Grenze zwischen Kenia und Tansania noch offen war und es an der kenianischen Küste lediglich zwei brauchbare Hotels gab eines davon war das auch heute noch geöffnete Nyali Beach.
«Unser Angebot sah damals gar nicht so anders aus als heute», sagt Münster, «die Kernrouten kann man nicht neu erfinden, schliesslich gibt es nicht ständig neue Nationalparks oder neue Migrationswege der Tiere.» In den 80er-Jahren seien jedoch noch mehr Tiere vorhanden gewesen als heute.
Der Erfolg von Private Safaris verlief in Wellenbewegungen, erklärt Münster. «Mitte der 80er-Jahre erlebten wir goldene Zeiten. Die Schweizer Kundschaft war sehr reisefreudig und inte-ressierte sich sehr für Safaris.» Man habe kontinuierlich immensen Zuwachs erhalten, und dank des ersten Grosscharters, der DC-10 von Balair mit zwei wöchentlichen Rotationen, erlebte der TO in den 80er-Jahren mit bis zu 14000 Pax pro Jahr eine Blütezeit. Auch der Verkauf an Kuoni anfangs der 90er-Jahre verlief laut Münster reibungslos.
Diverse Ereignisse trübten den Erfolg jedoch in regelmässigen Abständen, z.B. durch die Ausbreitung von Aids oder durch politische Unruhen. Die letzte grosse Krise erlebte Private Safaris in den Jahren 2007 und 2008, als wegen politischer Unruhen sogar Charterketten abgebrochen werden mussten.
Heute ist Private Safaris gemäss Nauli wieder am Wachsen: «Wir verzeichneten 2010 8% mehr Kunden als 2009, und im laufenden Jahr liegen wir auch wieder 10% über Vorjahr.» Es bestehe enormer Nachholbedarf; die Pax-Zahlen der «Goldenen 80er» oder um die Jahrtausendwende habe man aber noch lange nicht erreicht.
Eingebüsst hat in den letzten Jahren v.a. das Produkt Badeferien. «In die Hotels wurde bisher nicht viel investiert. Sie sind zwischen 20 und 40 Jahre alt, haben einfache und eher kleine Zimmer und verfügen über keine Poollandschaften», erklärt Nauli. Ausserhalb der Resorts gebe es zudem (noch) sehr wenige touristische Angebote. Gerade in Kenia herrsche zurzeit aber Aufbruchstimmung, sodass sich dies bald ändern könnte.
Auch die Kundenbedürfnisse haben sich geändert. «Früher war es wichtig, dass sich die Unterkünfte mitten im Busch befinden. Heute verlangen die Kunden Luxus, was im Busch nicht einfach ist. Wir versuchen, diesen Ansprüchen so gut wie möglich gerecht zu werden, etwa mit den Mara und Se-rengeti Bushtops», sagen Nauli und Münster.
Grosse Veränderungen wird es am Produkt im Jubiläumsjahr aber nicht geben. Die Zusammenlegung von Rotunda Tours und Private Safaris (siehe TI vom 7. April) und das damit einhergehende Rebranding binden viele Ressourcen. Deshalb mussten auch die Jubiläumspläne zurückgesteckt werden und konzentrieren sich nun auf vereinzelte Spezialaktionen.
Stefan Jäggi



