Das vergangene Geschäftsjahr war für Beat Iseli, Inhaber des Münsinger
TOs Aaretal Reisen, sicher nicht das beste der Firmengeschichte. «2009
war nicht positiv. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten waren nicht
wegzudiskutieren. Immerhin konnten wir das vergangene Jahr noch mit
einer schwarzen Null abschliessen. Massnahmen wie Kurzarbeit mussten
wir nicht einführen, allerdings haben wir eine Stelle abgebaut auf
nunmehr 14 Mitarbeitende», sagt Iseli.
Im laufenden Jahr soll es mit dem TO, der sich auf Flüge ab Bern-Belp
spezialisiert hat, wieder aufwärtsgehen. Iseli erwartet eine Steigerung
der Passagiere um 2000 auf gegen 12000 pro Jahr: «Verglichen mit dem
Vorjahr liegen wir im zweistelligen Prozentbereich im Plus. Sehr gut
laufen Spanien und Nordsardinien.»
Unter den Erwartungen bleiben bisher Tunesien sowie Mittel- und
Südsardinien. «Bei Tunesien hat wohl die Libyen-Krise Auswirkungen. Bis
Ende Juni haben wir deshalb die Flüge nach Hammamet und Djerba
zusammengelegt. Wenn es nicht läuft, müssen halt Kapazitäten vom Markt
genommen werden. Das gilt auch für den Dreiecksflug
BernTortoliCagliariBern. Dieser Flug nach Mittel- und Südsardinien
ist bis Ende Juli annulliert», so Iseli.
Eine der neu angebotenen Aaretal-Destinationen 2010 ist Barcelona
einerseits als Städteflug, andererseits als Badeferienziel mit den auf
dem Schweizer Markt bestens bekannten Häusern Pueblo Eldorado Playa
(PEP) und Club Giverola. Der Erstflug mit der Dash 8-Q400 der Sky Work
Airlines von Bern-Belp nach Barcelona erfolgte am 30. März 2010. Mit
dem Verkaufsstart ist Iseli äusserst zufrieden: «Barcelona läuft sehr
gut. Im Moment werden mehr Städteflüge als Badeferien gebucht. Es ist
eine Trenddestination, und gegen die Günstigflieger sind wir zum Glück
resistent.»
Bereits macht sich Iseli Gedanken über mögliche neue Destinationen im
kommenden Jahr: «Ich könnte mir sehr gut vorstellen, mit einem
Direktflug BernJersey ein geeignetes Programm für 2011 auf die Beine
zu stellen. Eine andere Möglichkeit wäre der Ausbau von Hamburg/Sylt.
Zudem möchte ich versuchen, das PEP mit einem Flug von Bern nach Reus
anzubieten zum Beispiel im Herbst. Auf jeden Fall sollen es nicht
08/15-Massendestinationen sein, sondern Spezialitäten. Neue
Destinationen haben immer ein positives Signal auf den Markt.»
Auf die Frage, wie lange Aaretal noch eigenständig bleibe, meint Beat
Iseli: «Mittelfristig, das heisst für die nächsten zwei bis drei Jahre,
geht der Alleingang auf jeden Fall weiter. Für die Zeit danach habe ich
noch keine konkreten Pläne. Im Moment habe ich noch genug Energie!»
Chris Probst



