50 Jahre gibt es die ACS-Reisen AG bereits, heute gehört sie zu 100%
der Kuoni-Tochter Railtour. David Frauch, Geschäftsführer von
ACS-Reisen, betont aber: «Wir sind nach wie vor völlig autonom in der
Produkteauswahl.» Die Zugehörigkeit zur börsenkotierten Kuoni-Gruppe
ist denn auch der Grund, wieso Frauch das Jahr 2007 als bestes der
Firmengeschichte bezeichnet, jedoch ohne Umsatzzahlen bekannt zu geben.
Ein Drittel des Umsatzes machen die individuellen Musikreisen mit einem
Durchschnittspreis von 1400 Franken pro Person aus. Ein zweites Drittel
sind geführte Kulturreisen, d. h. Gruppenreisen mit Schwerpunkt Musik
und ergänzendem Rahmenprogramm. Diese werden durchschnittlich für 3800
Franken pro Person verkauft. Das letzte Drittel des Umsatzes bringen
die Clubreisen und Kreuzfahrten, deren Durchschnittspreis bei 8600
Franken liegt. Für die Musik- und Kulturreisen setzt ACS-Reisen pro
Saison etwa 20000 Tickets um, wovon ein kleiner Teil auf Risiko
gehalten wird.
Von den Musik- und Kulturreisen werden etwa 25% über den Vertriebskanal
verkauft von den Club- und Schiffsreisen sind es lediglich 3%. Werte,
die David Frauch durchaus steigern möchte, jedoch nicht zu Lasten des
Direktverkaufs. ACS-Reisen spricht hauptsächlich sogenannte Best Agers,
Doppelverdiener ohne Kinder sowie Singles an, wobei bei diesen die
Frauen deutlich in der Mehrheit sind.
ACS-Reisen kann auf die rund 100000 Mitglieder des Automobil Clubs der
Schweiz (ACS) als potenzielle Kunden zählen. Die Zusammenarbeit mit dem
Automobil Club ist eng; das Cluborgan «Auto & Lifestyle» ist die
wichtigste Werbeplattform. Frauch schätzt denn auch, dass etwa zwei
Drittel seiner Kunden ACS-Mitglieder sind.
Im Nischenmarkt der Musik- und Kulturreisen sieht David Frauch durchaus
noch Wachstumschancen: «Potenzial liegt darin, dass man Sachen
anbietet, die der Kunde alleine nicht machen kann seien es
Begegnungen mit Künstlern oder weil er nicht an Billette kommt.»
Auch eine Genre-Erweiterung ist denkbar, wie Frauch ausführt:
«Operetten haben wir nur vereinzelt im Programm, das könnten wir noch
ausbauen. Wobei das gar nicht so einfach ist, denn die Operette hat ein
anderes Publikum als die Oper.» Auch müssen die angebotenen
Veranstaltungen eine gewisse Zugkraft besitzen: «Die kleinen,
unbekannten Veranstaltungen sind als Individualreisen sehr schwer zu
verkaufen, bedeuten aber viel Aufwand.» Bei ACS-Reisen sind klingende
Künstlernamen ganz wichtig: «Viele Kunden reisen nach X wegen eines
Sängers oder einer Sängerin.» David Frauch ist zuversichtlich:
«Klassische Musik ist im Trend. Darum schaue ich optimistisch in die
Zukunft.»



