Adria Airways (JP) war vor 1990 mit 20% Linienflügen und 80% Charter
eine der grössten Charter-Airlines Europas. Heute ist das Verhältnis
genau umgekehrt. «In diesem Jahr sind wir mit 14 Flugzeugen wieder so
gross wie vor 18 Jahren», so Zvone Petek (General Manager Switzerland).
Das Unternehmen beförderte 2007 insgesamt 1136400 Passagiere und machte
einen Umsatz von 182 Millionen Euro.
Seit Anfang Jahr fliegt die Airline drei Mal täglich von Zürich nach
Ljubljana. Diese Verbindung verzeichnet das grösste Wachstum sämtlicher
Strecken von Adria Airways. Die Anzahl verkaufter Plätze ab Zürich soll
sich gemäss Petek zwischen 2005 (23000 Plätze) und Ende 2008 (65000
Plätze) rund verdreifachen. Im 2008 rechnet Petek konservativ und
erwartet ein Wachstum der Strecke von 25 Prozent.
Gründe für dieses Wachstum gibt es laut Petek einige. Zum einen ist
Adria Airways ein Regional Member der Star Alliance. Das Code Share mit
der Swiss wirkt sich ebenfalls positiv auf die slowenische Airline aus.
Zweitens ist Zürich als Hub sehr geeignet und erlaubt Adria Airways den
Free Flow zwischen Slowenien und anderen Destinationen, die von der
Airline nicht angeflogen werden. Weiter ist das Einzugsgebiet des
Flughafens in Ljubljana ein Grund für den Erfolg der Strecke. «Auf
jedem Flug haben wir einige Passagiere aus Kärnten in Österreich und
Triest in Norditalien», sagt Petek.
Auch die Geschäftsreisenden der Schweizer Firmen mit Aufträgen in
Slowenien tragen ihren Teil zum Erfolg dieser Verbindung bei. «Es ist
aber nicht der Verdienst eines einzigen Geschäftsfelds. Durch die
Kombination und den feinen Mix der unterschiedlichen Standbeine von
Adria Airways konnten wir diesen Erfolg erzielen.»
«Wir sind eine moderne Fluggesellschaft geworden», erklärt Petek. «99
Prozent unserer Tickets werden heute in elektronischer Form ausgestellt
und man kann JP-Flüge ab Zürich seit knapp sechs Monaten über das Web
einchecken.» Aber trotzdem seien touristische Reisetätigkeiten für
Adria Airways eher sekundär, da Slowenien in diesem Bereich zu teuer
sei, so Petek.
Die Integration einer zusätzlichen Schweizer Destination, zum Beispiel
Genf, zieht er nicht in Betracht: «Wir konzentrieren uns lieber auf den
Ausbau einer Destination, anstatt eine weitere in unseren Flugplan
aufzunehmen. Ein vierter täglicher Flug ab Zürich wäre eher mein
Wunsch.» Ausserdem, so Petek weiter, sei Zürich und vor allem auch der
Flughafen wegen seiner Überschaubarkeit bei den Slowenen beliebt.
2008 hat für den Schweizer Ableger der Airline sehr erfreulich
begonnen. Bereits in den ersten zwei Monaten konnten insgesamt 8930
Passagiere auf der Strecke ZürichLjubljana befördert werden, was einer
Steigerung von 78 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode entspricht.
«Durch das Wachstum soll auch die Auslastung von 61 Prozent im Jahr
2007 auf 68 Prozent ausgebaut werden», sagt Petek. «Mit einer solchen
Auslastung schreiben wir schwarze Zahlen und sind zufrieden.»
Simon Benz



