In Ägypten haben anfangs dieser Woche die Parlamentswahlen begonnen; dies, nachdem das Land zuvor wieder wegen gewalttätiger Demonstrationen in die Schlagzeilen geraten war. Die unruhige Lage dauert also an, was dem Tourismus zu schaffen macht.
Gemäss den meisten Schweizer TOs hatten die erneuten Unruhen zwar keinen Einfluss auf die Buchungen. Für den Winter, in dem Ägypten eine der wichtigsten Destinationen ist, präsentiert sich die Buchungslage aber nicht wirklich erfreulich. «Der Start in die Wintersaison ist verhalten, was wir vor allem auf die Wahlen zurückführen», sagt Hotelplan-Suisse-Sprecher Valentin Handschin. Dies gelte auch für die restliche Wintersaison. Glücklicherweise hänge die Saison aber nicht ausschliesslich von Ägypten ab.
Bei TUI Suisse gibt man sich gelassen. «Während der Wahlen kann man nur abwarten, was geschieht. Zurzeit verschlimmert oder verbessert sich die Situation nicht», sagt Managing Director TO Roberto Luna. Währenddessen forciert TUI Suisse Alternativen wie die Kanaren und neu auch die Kapverden. Die Kapazitäten nach Ägypten wurden deutlich verringert.
Auch Kuoni hat ein massiv tieferes Flugangebot aufgelegt resp. das Basisprogramm mehr oder weniger beibehalten und die üblichen Zusatzflüge gestrichen. «Gerade bei den Angeboten der Marke Kuoni harzt es noch, während wir bei den preisgünstigen Angeboten von Helvetic Tours eine Erholung feststellen», sagt Marianne Häuptli, Head of Market Management, «aber wenn es noch lange unruhig bleibt, muss man sich schon fragen, wie es mit der Destination weitergeht.»
Weniger Ausweichmöglichkeiten als die grossen TOs haben die Spezialisten. Der Umsatz von Express Travel International liegt laut Geschäftsführer Michael Grütter 33% unter Vorjahr. «Aber meiner Meinung nach funkti-oniert Ägypten nach wie vor. Wir können unser geplantes Winterprogramm ohne Reduzierungen beibehalten.»
Wie Grütter hofft auch Reto Amin von Amin Travel vor allem auf die Zeit ab April 2012. «Wenn die Situation während der Wahlen aber ruhig bleibt, gehe ich davon aus, dass die Nachfrage schon vorher wieder stärker anzieht», so Amin.



