Er ist jung, er ist erfolgreich, und er hat noch viel vor. Im Oktober
2003 nahm der Low Cost Carrier Air Arabia an seinem Hub Sharjah
(Vereinigte Arabische Emirate) den Betrieb auf und arbeitete bereits im
ersten Jahr profitabel. Seit dem 6. Mai 2009 hat die Günstig-Airline
mit Casablanca in Marokko einen zweiten Hub, von wo der Ableger Air
Arabia Maroc seit dem 25. Oktober 2009 unter anderem zweimal pro Woche,
freitags und sonntags, den Euroairport Basel-Mulhouse anfliegt.
Mit dem Start dieser Strecke ist Mohamed Benboubker, Head of Commercial
der Air Arabia Maroc, sehr zufrieden: «Im Januar, einem generell
schwierigen Monat, hatten wir eine Auslastung von 70%, im Dezember
waren es 75%.» Bis im März sollen es 80% sein. Und bereits für Sommer
wird eine zusätzliche Frequenz ins Auge gefasst. Benboubker und seine
Kollegin Shalini Rajan, Regional Manager der Air Arabia, wissen was zu
tun ist, um die hochgesteckten Ziele zu erreichen. «Wir müssen den
Brand bekannt machen», erklärt Rajan, «und die Leute dazu bringen,
einmal mit Air Arabia zu fliegen. Denn wer einmal mit uns geflogen ist,
wird es wieder tun.» Ab Sharjah betrage die Auslastung 85%; etwa die
Hälfte der Passagiere seien Repeater.
Der Schlüssel sei die Qualität des Produkts: «Bei uns haben die Kunden
20 kg Freigepäck, die Maschinen sind brandneu und in einer
Single-Class-Konfiguration mit lediglich 168 Sitzen bestuhlt. Der
Sitzabstand beträgt komfortable 81 cm keine andere Airline bietet in
der Economy so viel Platz», betont Shalini Rajan. So übertreffe das
Gebotene die Erwartungen der Kunden bei Weitem. Neben der für einen Low
Coster untypischen Produktequalität ist der Preis das Hauptargument:
Basel Casablanca oneway ist derzeit ab 67 Franken inklusive Taxen zu
haben.
Das Business-Modell von Air Arabia sei ein typisches Low-Cost-Modell,
so Rajan. Es gibt nur einen Flugzeugtyp und nur eine Kabinenklasse, das
hält Wartungs- und Ausbildungskosten tief. Angeflogen werden periphere
Flughäfen und die Turnaround Time wird tief gehalten. «Unsere Flugzeuge
sind 14 Stunden pro Tag in der Luft», sagt Mohamed Benboubker. Das
Streckennetz basiert auf Point-to-Point-Verkehr im Kurz- und
Mittelstreckenbereich und das Tarifsystem wird so einfach wie möglich
gehalten. Getränke und Speisen an Bord sind extra zu bezahlen, «sind
aber nicht überteuert», betont Shalini Rajan.
Last but not least werden die Distributionskosten tief gehalten, indem
Internet-Verkaufskanäle bevorzugt werden. «In Europa verkaufen wir etwa
85% der Tickets via Web», konstatiert Shalini Rajan. «Doch möchten wir
gerne vermehrt mit Agenten und Tour Operators zusammenarbeiten. Zudem
sind wir mit GDS wie Amadeus in Verhandlung.» In der Schweiz fungiert
das Airlinecenter in Zürich als General Sales Agent.
Sara Marty
Facts & Figures
Erstflug: Oktober 2003
Flotte: 20 Airbus A320; 44 weitere bestellt
Hubs: Sharjah (VAE); Casablanca (Marokko); geplant: Alexandria (Ägypten)
Ziele ab Sharjah: 47 in 22 Ländern
Ziele ab Casablanca: 11 in 6 Ländern



