Air Baltic zeigt sich innovativ (Ausgabe 2014-16)

Dank einer zukunftsorientierten Strategie und innovativen Ideen kehrt die lettische Airline in die Gewinnzone zurück.

Bereits 2012 zeichnete sich ab, dass die lettische Fluggesellschaft Air Baltic den Turnaround schaffen könnte. Die Geschäftszahlen für das Jahr 2012 lagen zwar immer noch im Minus, doch trotz Kapazitätsabbau konnte ein stabiler Umsatz erzielt werden. Martin Gauss, CEO von Air Baltic, prophezeite damals, dass die Airline spätestens 2014 wieder schwarze Zahlen schreiben wird.

Die Kehrtwende ist geschafft. Ein Jahr früher als geplant, ist Air Baltic in die Gewinnzone zurückgekehrt und verzeichnete für das Geschäftsjahr 2013 einen Nettogewinn von CHF 1,2 Mio. «Wir haben die Airline durch Kostenkontrollen, Kapazitätsmanagement und Effizienzsteigerungen umstrukturiert, was zu einer Nettoverbesserung von EUR 28 Mio. im Vergleich zu den Vorjahreszahlen geführt hat», sagte Gauss bei der Präsentation der Zahlen. 

Die Airline entschied sich bereits 2012, zehn CSeries 300 von Bombardier zu bestellen, um die im Businessplan «Reshape» festgelegten Ziele, der den Ersatz älterer Flugzeuge und den Übergang zu einem «grüneren Fliegen» vorsieht, zu erfüllen. «Mit der Umstellung auf eine reine Bombardier-Flotte wollen wir eine einheitliche Flotte bestehend aus zwei Flugzeugtypen aufbauen. Damit verbessern wir nicht nur unsere Effizienz, sondern sparen auch Kraftstoff und Kosten ein», erläuterte Gauss damals. «Sobald die Flotte komplett ausgetauscht ist, bringt uns das einen zweistelligen Millionenbetrag.» Insgesamt wurde die Flotte von 34 Flugzeugen auf heute 25 reduziert, bestehend aus fünf Boeing 737-500, acht Boeing 737-300 und zwölf Bombardier Q400 Turboprop. Als nächster Schritt sollen die 13 Boeings durch die bestellten CS 300 ersetzt werden.

Auch sonst zeigte sich die lettische Airline als vorausschauend. So lancierte sie bereits Mitte 2012 die Möglichkeit, den perfekten Sitznachbar zu finden. Im Mai 2013 folgte dann das virtuelle Buffet. Der Kunde sucht sich auf der Homepage der Airline aus 70 verschiedenen Vorschlägen das Getränk, Hauptgang, Beilagen etc. aus. Das «virtuelle Tablett» wurde letzten Jahres vom niederländischen Marktfor-schungsins-titut Airlinetrends.com als eines von zehn innovativen Serviceprodukten ausgezeichnet. Und seit dem 10. April können Passagiere von Air Baltic während der gesamten Flugzeit ihre elektronischen Geräte verwenden. 

Mit diesen und anderen Dienstleistungen – wie z.B. auch der eigenen Prepaid-Karte von Visa – zeigte Air Baltic seine Offenheit für neue Ideen. Aber auch die Erweiterung des Codeshare-Abkommens mit Etihad Airways sowie die Erweiterung des Sommerflugplanes unterstreicht die Vorwärtsstrategie der lettischen Airline. Seit dem 30. März sind sechs neue Destinationen zum Streckennetz hinzugekommen: Göteborg, Burgas und Varna in Bulgarien, Palma de Mallorca, Bukarest und Aberdeen. Dank dem Kooperationsvertrag mit Etihad kann Air Baltic weitere Strecken von Amsterdam, Brüssel, Frankfurt, München und Zürich nach Abu Dhabi und Riga anbieten. 

Nathalie de Regt