Die positiven Nachrichten von Air Berlin waren in letzter Zeit eher dünn gesät: Nach einer stürmischen Auf- und Ausbauphase schreibt die inzwischen zweitgrösste Airline Deutschlands seit einigen Jahren regelmässig rote Zahlen. Für 2011 wurde ein Nettoergebnis von minus 265 Mio. Euro ausgewiesen, dies bei einer auf 813 Mio. Euro gestiegenen Nettoverschuldung. Im letzten Dezember wurde mit Etihad Airways ein neuer grösster Einzelaktionär an Bord geholt (Anteil knapp 30%), und nun soll auch der Beitritt zur Oneworld-Allianz Air Berlin zusätzlichen Schub verleihen (Niki wurde gleichzeitig als Affiliate Member aufgenommen).
Entsprechend Aufgeräumt war die Stimmung an der Beitrittsfeier am 20. März auf dem Gelände des neuen Flughafens Berlin Brandenburg. Auf dem Vorfeld des bald fertig erstellten Airports (siehe unten) gaben sich ausnahmslos sämtliche CEOs der Oneworld-Carrier die Ehre und dokumentierten so vor über 150 Journalisten aus aller Welt ihr Vertrauen in Air-Berlin-CEO Hartmut Mehdorn und seine Airline. «Ein wichtiger Schritt für uns», brachte er am Anlass den Beitritt auf den Punkt. Eine A330 von Air Berlin in Oneworld-Beklebung vor dem Terminal des neuen Heimatflughafens gab das passende Bild für den ersten Medienevent am neuen Airport ab.
Doch nicht nur Air Berlin kann unzweifelhaft vom Allianz-Beitritt profitieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit dank einem neuen globalen Partnernetzwerk stärken, auch Oneworld profitiert vom neuen Mitglied: Deutschland ist nun mit seinen rund 200 Mio. Flugpassagieren jährlich ein nicht unwichtiger Heimmarkt der Allianz. Mit Air Berlin, die gemäss CEO Mehdorn in Deutschland einen Marktanteil von über 40% hält, verdreifacht sich die Zahl der angeflogenen deutschen Oneworld-Destinationen auf 25, und das weltweite Netz der Allianz erhöht sich um fast 70 neue Air-Berlin-Ziele auf insgesamt 800 Destinationen in 150 Ländern.
Ein Allianz-Beitritt ist hinter den Kulissen ein komplexer und anforderungsreicher Schritt, bei dem verschiedenste interne Prozesse und Verfahren angepasst werden müssen. Im Falle von Air Berlin kam nun erstmals ein neues IT-Drehkreuz basierend auf moderner Cloud- und Web-Technologie zur Anwendung. Dadurch konnten Komplexität, Kosten und Zeitaufwand erheblich reduziert werden, was den zügigen Beitrittsprozess erklärt: Alle Airlines sind über die Cloud mit dem IT-Drehkreuz verbunden, sodass sich Neuzugänge nur noch einmal darüber vernetzen können und nicht mehr mit jeder Airline einzeln.



