Air Canada verbessert ihre Anbindungen in die USA deutlich (Ausgabe 2013-08)

Mehr Umsteigeverbindungen ab der Schweiz, kein Re-Check-in des Gepäcks mehr.

Air Canada hat für das kommende Sommergeschäft grosse Erwartungen. Grund dafür sind zwei Neuerungen, welche viel Einfluss auf die Nachfrage haben dürften.

Einerseits wird Air Canada ab dem 7. Mai, wenn von derzeit fünf auf sechs wöchentliche Flüge erhöht wird, die Flugzeiten anpassen. Der Abflug von Zürich nach Toronto erfolgt dann neu bereits um 10.00 Uhr, mit Ankunft um 12.55 Uhr Ortszeit. «Dadurch ergeben sich zahlreiche zusätzliche Beyond-Destinationen mit guten Umsteigezeiten», sagt Raphaël Berchier (Sales & Marketing Manager Schweiz & Österreich). So sind 21 Ziele in Kanada, fünf in Lateinamerika und sogar 29 in den USA optimal mit den Flügen ab Zürich kombinierbar – total gar 120 Flüge.

Ab dem 28. Mai wird dann wieder täglich nach Toronto geflogen. Ab Genf wird schon ab dem 2. Mai wieder täglich nach Montral geflogen (derzeit sind es fünf wöchentliche Flüge).

Gerade die US-Ziele werden speziell interessant, weil der Transfer in die USA via Kanada noch einfacher wird: Passagiere können nämlich seit dem 13. Februar auf das lästige «Re-Check-in» des Gepäcks verzichten. Bei der Ankunft in Toronto kann man künftig auf direktem Weg zur «U.S. Connection Hall» gehen, wo man nur die Bordkarte an einem Selbstbedienungskiosk scannt und einige Angaben macht. Die Kontrolle bei der «U.S. Customs and Immigration» und ein weiterer Security-Check sind noch nötig, aber das Gepäck wird erst am Zielort wieder in Empfang genommen, d. h., es ist ein Durchchecken ab der Schweiz bis in die USA via Kanada möglich. Die US-Behörden können die «Pre-Clearance» an den Flughäfen von Toronto, Montreal, Ottawa, Winnipeg, Calgary, Edmonton, Vancouver und Halifax durchführen.

Ebenfalls in diesem Sommer führt Air Canada auf internationalen Flügen eine neue «Premium Economy»-Kabine ein. In dieser sind die Sitze breiter, neigen sich weiter zurück und bieten 18 cm mehr Beinfreiheit als die herkömmliche Economy-Klasse. Dank der 2-4-2-Konfiguration (3-3-3 in Economy) ist der Gang nie weiter als einen Sitz entfernt. Dazu gibt es Premium-Mahlzeiten, Bar-Service und an den Flughäfen Priority Check-in und Priority-Gepäckausgabe. 

Erstmals wird die Premium Economy am 11. Juli 2013 auf dem Flug Montreal–Paris eingesetzt. Ob und wann sie auch auf Schweiz-Strecken zum Einsatz kommt, ist laut Berchier noch unklar.


Solider Gewinn für 2012

Air Canada hat für das Geschäftsjahr 2012 einen EBITDAR («earnings before interest, taxes, depreciation, amortization and impairment, and aircraft rent») von CAD 1,451 Mia. bekannt gegeben, was gegenüber dem Vorjahr einer Steigerung von 16,8 % entspricht. Der Umsatz lag bei CAD 10,737 Mia. (+5,2 %), der Nettogewinn betrug CAD 131 Mio., was laut CEO Calin Rovinescu vor allem dank guten Erträgen im Langstreckengeschäft nach Asien und nach Europa zustande kam. Der PRASM («passenger revenue per available seat mile») stieg um 3,2 %, die Auslastung um 1,1 Prozentpunkte. Allerdings stiegen auch die Kosten um CAD 250 Mio., vor allem in den Bereichen Treibstoff und Löhne. 

Jean-Claude Raemy