Air China nicht vor 2011 in Zürich (Ausgabe 2008-50)

Codeshare-Verhandlungen mit Swiss laufen.

Noch vor Jahresfrist hielt der Schweiz-Chef von Air China (CA), der aus
der Inneren Mongolei stammende Yang Shao, die Aufnahme einer Verbindung
von Peking nach Zürich für 2008/09 für möglich.

Nun tönt es anders: «An eine eventuelle Verkehrsaufnahme ist nicht vor 2011 zu denken, da
uns erst dann zusätzliche Fluggeräte der Typen B-787 und A330 zur
Verfügung stehen.» Ob wohl auch mitspielt, dass CA in den ersten neun
Monaten dieses Jahres einen Verlust von gegen CHF 100 Mio. ausweisen
musste? Man müsse sich auch fragen, fährt Shao fort, ob es denn
sinnvoll sei, neben den bereits bedienten Frankfurt (täglich) und
München (dreimal pro Woche) im Rahmen der Star Alliance noch das in
unmittelbarer Nachbarschaft liegende Zürich anzufliegen. Allerdings sei
Genf keine Alternative. Gegenwärtig feedet Air China aus der Schweiz
wöchentlich rund 1000 Passagiere vor allem über Frankfurt, aber auch
München und Paris nach Peking. Und dies zu Promotions-Tarifen inklusive
Zuschlägen von CHF 850 in Economy und CHF 4500 In Business-Class, wie
Shao stolz vermerkt.

Dank der Zugehörigkeit zur Star Alliance kann man dabei auf günstige
Pro Rates zählen. Bis in den Sommer war die Verkehrsentwicklung recht
gut, seither spürt CA den Swiss-Direktflug nach Shanghai, der Verkehr
entwickelt sich unregelmässig (September minus 50%, Oktober plus 50% im
Vorjahresvergleich). Da mittlerweile Finnair und Air France-KLM die
CA-Tarife aus China nach Europa unterbieten, produziere Zürich im
Verkehr Schweiz-China dieses Jahr erstmals mehr Passagiere als in
umgekehrter Richtung.

Die Aussichten für die ersten drei Monate 2009 sind gemäss Shao nicht
allzu rosig. Seit Juni 2008 laufen Verhandlungen über ein
Codeshare-Abkommen für den Swiss-Flug nach Shanghai, was Swiss-Sprecher
Jean-Claude Donzel bestätigt. Laut diesem entwickelt sich der Verkehr
auf der wieder aufgelegten Linie den Erwartungen entsprechend. Er
schiebt allerdings nach, das man in einer recht schwierigen Zeit
gestartet sei, und die Strecke sicher noch Entwicklungspotenzial
habe.   

PK, Shanghai