Als am 19. Januar auf dem Flughafen Bern-Belp erstmals eine 48-plätzige
ATR 42-500 des Air-France-Partners Airlinair in Richtung Paris-Orly
abhob, waren 13 zahlende Passagiere und viele Gäste aus der
Reisebranche an Bord.
An der Eröffnungszeremonie sprach Jean de Lapasse, General Manager Air
France Alps & Balkan, ganz klar von einer grossen Herausforderung:
«Wenn wir mit dieser Linie Erfolg haben wollen, müssen wir ein gutes
Produkt anbieten, das heisst, wir müssen ein besseres
Preis-Leistungs-Verhältnis als die Bahn präsentieren können. Dies
betrifft die Leistungen am Boden und in der Luft sowie den Preis.»
Ein erster Schritt dieser Herausforderung scheint gemeistert, zeigte
sich Koos de Wit, Key Account Manager Leisure Market von Air
France-KLM, vier Wochen später doch bereits sehr zufrieden: «Wir
fliegen derzeit mit einer Auslastung von 30 bis 40 Prozent. Das ist
sehr erfreulich, denn für den Anfang hatten wir nur mit 25 Prozent
gerechnet.»
Ein Grund für die gute Marktakzeptanz sind sicher die Flugzeiten: Mit
den Abflügen frühmorgens wartet Air France mit einem aus Schweizer
Sicht optimalen Flugplan auf. Denn so haben Geschäftsleute in Paris
neun Stunden Zeit für Meetings.
Im Vorfeld des Erstfluges war von «bahnbrechenden» Preisen die Rede.
Der Blick in die Praxis zeigt nun allerdings ein anderes Bild. Railtour
Suisse bot bis 25. Januar zweitägige Städtereisen mit Air France nach
Paris als Top-angebot zu 329 und 353 Franken an, zu gleichen Preisen
also wie mit der Fahrt im TGV. Seit 26. Januar kostet die Flugreise 430
oder 453 Franken etwa 100 Franken mehr als die Bahnreise. Doch seien
die TO-Tarife via allen Tour Operators sowie Rail-&-Fly-Tarife noch
in Bearbeitung. Laut Koos de Wit ist Air France auch am Ausarbeiten
einer
Kooperation mit der Bahn. Damit soll dem Kunden ermöglicht werden,
einen Weg mit der Bahn und einen Weg mit dem Flugzeug zurückzulegen.
Charles Barbier, Direktor von Maison de la France Zürich, äusserte sich
vor dem Erstflug zufrieden über die neue Verbindung und wies auf deren
Stärken hin: «In Orly gibt es nicht nur gute Verbindungen nach 24
innerfranzösischen Destinationen, sondern vor allem auch in die
Überseedepartemente Guadeloupe, Martinique und Réunion.» Er meint, die
neue Verbindung sei sogar für Kunden aus dem Raum Zürich interessant,
wenn ihr Ziel die Überseedepartemente seien: «Dank der Ankunft des
Bern-Fluges in Orly bietet Air France optimale Umsteigebedingungen an.»
Denn der Flughafen Paris-Orly bietet zahlreiche Vorteile: Mit nur zwei
Terminals ist er sehr übersichtlich, das Check-in ist mit Bestimmtheit
innert 30 Minuten möglich, und ins Zentrum von Paris sind es nur 30
Minuten. Und falls der Transit einen Weiterflug ab Paris-Charles de
Gaulle nötig macht, fährt ein Air-France-Bus alle 30 Minuten von Orly
nach Charles de Gaulle-Roissy.
Hans-Rudolf Baumann, Bern-Belp/Sara Marty
BernParis ab an
AF 3323 06.40 07.55
AF 3321 17.00 18.15
ParisBern ab an
AF 3320 08.40 10.10
AF 3322 18.50 20.20



