Es war kein Zufall, dass der berühmte Naturfotograf Yann
Arthus-Bertrand letzte Woche am Flughafen Paris-Roissy dabei war, als
Air France (AF) ihr Programm «Environnement: Air France sengage»
lancierte. Denn AF hat dessen Umweltschutzorganisation GoodPlanet.org
fünf Millionen Euro überwiesen, womit in Madagaskar 500000 Hektar
Waldgebiet gekauft wurden, was jährlich 6070 Mio. Tonnen
Kohlenstoffausstoss kompensiert. Laut Arthus-Bertrand ist das die
grösste Summe, welche eine Privatgesellschaft je einer
Umweltschutzorganisation überwiesen hat.
Die Modernisierung der Flotte zwischen 2000 und 2006 brachte eine
Einsparung von 12% beim Treibstoffverbrauch. «Unser Ziel ist es, per
2012 einen durchschnittlichen Treibstoffverbrauch von 3,7 Litern pro
Passagier zu erzielen», erklärt Pierre Vellay, Flottendirektor von AF.
2006 lag dieser Wert noch bei 3,95 Litern, 2000 sogar noch bei 4,5
Litern.
Zurzeit werden mit einer Tonne Kerosinverbrauch rund 3,15 Tonnen CO2
freigesetzt, fährt Vellay fort. Zwar wird der Verbrauch dank moderner
Motoren pro Jahr um bis zu 1% reduziert, und auch der Einsatz von
leichterem Gerät an Bord (z.B. leichtere Trolleys oder Plastikbesteck)
führt zu signifikanten Treibstoffeinsparungen.
Das Hub-System wiederum schafft bessere Auslastungen und somit weniger
Flug- und damit Umweltbelastung. Denn während beispielsweise 100 Städte
mit Point-to-Point verbunden werden, sind 4950 Flüge nötig, im
Hub-System dagegen reichen auch 100 Flüge.
«Das genügt aber noch nicht», hält Vellay fest. Weitere
Einsparungsmöglichkeiten gebe es auch bei den Fahrwerken oder bei der
Flugverkehrsregelung laut IATA-Zahlen werden die Flugdistanzen
infolge von Warteschleifen im Schnitt um unnötige 12% verlängert. «Der
Flug ParisMünchen ist zurzeit 910 km lang, bei besserer
Verkehrsführung wären aber auch 680 km möglich, also 33% weniger», hält
Vellay fest.
Auch Air France bietet ihren Kunden die Möglichkeit, die CO2-Emissionen
direkt beim Kauf des Flugtickets zu kompensieren. Auf der Website gibt
es einen Rechner, der unter Berücksichtigung von Fluggerät,
Reisedistanz, Anzahl Reisenden und Gepäckgewicht den individuellen
CO2-Ausstoss errechnet.
Jean-Cyril Spinetta, Chairman und CEO von Air France, hob zwar nochmals
hervor, dass der Flugverkehr lediglich 2,6% des weltweiten
CO2-Ausstosses verursacht. Dies soll aber nicht als Feigenblatt dienen:
«Die Industriemanager müssen jetzt und schnell nach Lösungen für die
Zukunft suchen.»
Alain Bossu/Jean-Claude Raemy



