Ende September letzten Jahres gründete der ehemalige
FTI-Geschäftsführer Walter Binggeli die Air Méditerranée Schweiz AG,
eine Tochtergesellschaft der französischen Chartergesellschaft Air
Méditerranée. Am 21. Dezember 2009 nahm die Airline ihren Betrieb am
Basler Euroairport auf und flog zum ersten Mal nach La Romana
(Dominikanische Republik) und Porlamar (Isla Margarita, Venezuela).
«Bis heute haben wir mehr als 2000 Passagiere transportiert, etwa 1000
an jede Destination. Die Situation ist völlig zufriedenstellend», zieht
Binggeli Bilanz.
Wurde zu Beginn noch mit einer Boeing 767-300 der
englisch-schweizerischen Monarch Airlines mit 326 Economy-Plätzen
geflogen, musste die Boeing vor einigen Wochen einem Airbus A330-200
weichen. Geblieben ist die Ein-Klassen-Konfiguration. Je nach
Destination kommt die Maschine von Paris-Orly nach Basel oder aber
macht in Paris einen Zwischenstopp, bevor es auf direktem Weg in die
Karibik geht. «Zu Beginn zogen wir in Betracht, vielleicht ein Flugzeug
in Basel zu stationieren. Allerdings ist es nicht gegeben, es hier zu
füllen. Grosso modo besteigen jeweils 150 Passagiere die Maschine in
Paris und ebenso viele am Euroairport, wobei hier je ein Drittel aus
jedem der drei Anrainerländer kommt. Das gilt sowohl für die
Dominikanische Republik wie auch für Venezuela.»
Noch bevor die letzte Kette am 21. April 2010 geflogen war, wusste
Walter Binggeli bereits, dass Air Méditerranée keinen Gastauftritt am
Euroairport gegeben hatte. «Ziel ist es, unsere Operationen in die
DomRep und nach Venezuela im Winter 2010/11 weiterzuführen», kündigt er
an, «und andere Destinationen werden geprüft.»
Air Méditerranée wird auch im Sommer nicht ruhen. Von Mitte Juli
bis Mitte August wird die Gesellschaft mit einer Boeing 737-500 (130
Sitze) Kreta, Ägypten und Tunesien anfliegen. «Die Maschine ist in
Nantes stationiert, geflogen wird
NantesHeraklionBaselHeraklionNantes», kündigt Binggeli an.
Was die Langstrecken betrifft, ist Air Méditerranée wie ein Low Cost
Carrier aufgestellt. «Wichtiger Verkaufskanal ist das Internet, doch
stehen unsere Flüge allen TOs und anderen Interessierten offen.» Für
die Kurz- und Mittelstrecken fasst Air Méditerranée nun eine
weitere Verkaufsmöglichkeit ins Auge: einen eigenen Tour
Operator. Zeithorizont: Winter 2010/11. «Dieses Basler Reiseunternehmen
könnte, zusätzlich zu Nur-Flug, Pauschalen anbieten. Die Destinationen
sind aber noch nicht zur Kommunikation bestimmt», so Binggeli.
Didier Walzer/Sara Marty



