Air New Zealand (NZ) war in den letzten Wochen in aller Munde, und dies
weltweit. Eine im Prinzip nur für Neuseeland gedachte Werbekampagne,
bei welcher Piloten und Flugbegleiter nackt aber durch cleveres
Bodypainting doch züchtig auftreten, wurde dank Viralmarketing zu
einem weltweiten Erfolg. Auf YouTube haben über 4 Mio. Personen den
Werbeclip gesehen, mittels Verbreitung in E-Mails und auf Blogs dürfte
die Anzahl Rezipienten noch um ein Mehrfaches höher liegen.
Die nackten NZ-Angestellten sollten beim Abspielen des Clips in Flügen
die Aufmerksamkeit der Passagiere auf die Sicherheitsvideos erhöhen. Am
TV jedoch sollte die Nacktheit vor allem signalisieren, dass NZ «nichts
zu verbergen» hat. Dies natürlich vor allem im tariflichen Sinn.
Sprich, es handelte sich um einen Angriff auf die Low-Cost-Carrier,
welche NZ vor allem im innerneuseeländischen Verkehr zu schaffen
machen, deren versteckte Zuschläge aber immer wieder für Unmut sorgen.
Allzu beunruhigt muss NZ noch nicht sein der Marktanteil beträgt laut
Firmenmitteilung weiterhin um die 80% im Domesticbereich.
Chris Roth (Sales Manager CH/A von NZ) freut sich auch über den Erfolg
der Kampagne, zumal NZ in Europa, mit Ausnahme Grossbritanniens, im
Prinzip kaum je Marketinggelder investiert. Vielleicht trägt dieser
Erfolg dazu bei, die kommende schwierige Zeit besser zu meistern.
Im Ende Juli abgeschlossenen Geschäftsjahr konnte NZ laut Roth ex
Schweiz ein Plus von 10% verzeichnen. Allerdings liegen die
Vorausbuchungen für die nächsten neun Monate um 20% unter dem Vorjahr.
So hat sich Roth auch zu der einen oder anderen Preisaktion
durchgerungen, betont jedoch: «Air New Zealand bietet nie die tiefsten
Preise. Wir können beim aktuellen Hochsaison-Preiswahnsinn gewisser
Konkurrenten ohnehin nicht mithalten. Unsere Specials sind im Prinzip
milde Reaktionen auf deren Dumping. Zum Glück sind unsere Kunden nicht
so sehr preissensibel.»
Den Umsatz erwirtschaftet NZ in der Schweiz zu 80% im Geschäft nach
Neuseeland, 20% steuern die Routen in die Südsee bei. Geflogen wird
laut Roth etwa gleich stark auf den Strecken
LondonL.A.Auckland bzw. LondonHongkongAuckland, wobei auch die
Langstreckenflüge zu Reisebeginn (z.B. mit Swiss nach L.A. und von dort
mit NZ weiter nach Auckland) immer beliebter werden. SPA (Special
Prorate Agreements) hat NZ übrigens nicht nur mit Swiss/Lufthansa,
sondern auch mit United (zwischen Hawaii und den USA), Air Tahiti Nui
(in Französisch-Polynesien) und Air Pacific (zwishen Fiji und L.A.).
Auch produkteseitig gibt es News: Die Anzahl Sitze in der beliebten
Premium Economy Class wurde in den Boeing 777 von 18 auf 36 verdoppelt.
Gleichzeitig wurde der Sitzabstand nochmals vergrössert und beträgt
jetzt, durchgehend in allen Flugzeugtypen, 104 Zentimeter. Das ist
weltweit Spitze für eine Premium Economy. Und damit nicht genug: Laut
Roth erhalten Premium-Eco-Passagiere auch Business-Service (bei den
meisten anderen Airlines Eco-Service). Sprich, sie erhalten Essen und
Getränke aus der Business und können auch am Business-Schalter
einchecken. Ein echtes USP
Last but not least: Reisebüros können jetzt auf NZ-Flügen den Kunden
Sitzplätze auch im Internet reservieren auf der Trade-Website
www.airnewzealandtrade.de, sobald das Ticket ausgestellt ist.
Änderungen sind bis 48 Stunden vor Abflug möglich. Die Bestätigung
kommt per E-Mail zum Weiterleiten oder Ausdrucken.
Jean-Claude Raemy



