Air New Zealand will das Erlebnis an Bord revolutionieren (Ausgabe 2011-13)

Der neuseeländische Carrier präsentiert innovative Neuigkeiten in allen Klassen.

Ab dem 2. April bietet Air New Zealand (NZ) auf ihren täglichen Flügen von London via Los Angeles nach Auckland das neue Inflight-Produkt. Dieses wird über die nächsten 18 bis 24 Monate dann auf den meisten internationalen Strecken eingeführt.

Beim neuen Inflight-Produkt handelt es sich um eine «neue Definition des Erlebnisses an Bord», erklärt Chris Roth, Sales Manager CH/A von NZ. Air New Zealand ist nämlich gezwungen, innovativ zu sein: Aufgrund der geografischen Lage sind NZ-Kunden durchschnittlich drei Stunden länger an Bord als bei den meisten anderen global tätigen Airlines. Das Redesign betrifft deshalb sämtliche Klassen.

In der Business Premier wurden die bestehenden Ledersessel, welche sich in ein komplett flaches, 202 cm langes Bett verwandeln lassen, leichter gemacht und mit einer dickeren «Matratze» versehen. Die grösste Neuerung liegt allerdings im Catering: Neu hat es an Bord Induktionsherde, womit das Essen frisch zubereitet werden kann. Ein «Galley Manager» (eine Art Bordkoch) kann Bestellungen über das Inflight Entertainment System – nur in Business und Premier Economy möglich – aufnehmen. Zur Verfügung stehen auch Toaster – klingt banal, gab’s aber bisher wegen Sicherheitsbestimmungen bei keiner anderen Airline.

In der Premium Economy gibt es einen ganz neuen Sitz, den «Spaceseat». Dieser bietet eine feste Aussenschale und 51 cm Beinfreiheit; die Sitze der Mittelreihe sind V-förmig angelegt und für Paare zum gemeinsamen Entspannen designt, oder um sich beim Essen gegenüberzusitzen. Die Aussenreihen, ebenfalls leicht versetzt, eignen sich für Alleinreisende, da sie Privatsphäre bieten und Augen- bzw. Armkontakt vermeiden lassen. In der Kabine gibt es zudem vollen Premium-Service und am Boden Premium-Check-in. «Die meisten Airlines, welche eine Premium Eco anbieten, haben nur ein bisschen mehr Platz, aber Eco-Essen und Eco-Service», bemerkt Roth.

Schliesslich ist NZ laut Roth «die erste Airline, die seit über 20 Jahren etwas für die Holzklasse gemacht hat». Die Dreier-Sitzreihen (Aussenreihen 37–46) können zu «Skycouches» konvertiert werden: Die Armlehnen – auch am Fenster – können ganz verstaut werden, sodass eine Art Schlafzone von 180 cm Länge entsteht. Dies ist ideal für Familien oder Paare, die damit über drei Sitze gemeinsam entspannen können. Die Nachfrage ist offenbar so gut, dass eine spezielle Revenue Management Software entwickelt wurde, welche 3-für-2-Angebote preislich der Nachfrage anpasst.

Natürlich ist auch das Inflight Entertainment auf dem neusten Stand. Touchscreen und iPod-Anschluss gibt es in allen Klassen; in Economy ist lediglich das Unterhaltungsangebot etwas kleiner. Neu gestaltet wurden auch die Galleys und die Toiletten.

Die neue Bordkonfiguration wird in den Boeing B-777-300 eingeführt sowie später in den B-787-900. Boeing war vom neuen Design so beeindruckt, dass der Flugzeugbauer das Interieur serienmässig auch anderen Airlines zur Verfügung stellen will. Nach einer Exklusivitätsperiode wird dies jenen Airlines erlaubt, welche nicht mit NZ in direkter Konkurrenz stehen, wobei NZ Royalties erhält. 

Roth verspricht sich vom neuen Produkt einiges. Das Jahr habe gut angefangen – selbst das Erdbeben von Christchurch habe lediglich Umbuchungen verursacht, doch herrsche ansonsten in der Schweiz «business as usual».  

Jean-Claude Raemy