Air Seychelles will verlorene Marktanteile zurückgewinnen (Ausgabe 2008-50)

Hubert Herger, Leiter Airpass Services Switzerland und GSA für Air Seychelles in der Schweiz, im TI-Interview zur Wiederaufnahme von Direktflügen Zürich–Mahé ab April 2009.

Herr Herger, ist die Wiederaufnahme
der Strecke eine direkte Reaktion auf die Einstellung der Direktflüge
Zürich–Mauritius von Air Mauritius (MK)?

Nein, eine direkte Reaktion auf die Einstellung der Zürich-Flüge von
Air Mauritius ist dies nicht. Die Hauptaufgabe von Air Seychelles
besteht darin, eine kontinuierliche Fluganbindung des 115-Inselstaates
an wichtige Zentren in Europa, Asien, Afrika sowie in der Region
sicherzustellen. Unter diesem Gesichtspunkt werden auch neue Routen
evaluiert. Für Zürich hat man damit schon sehr lange vor dem Entscheid
von MK begonnen. Der Rückzug von MK hat den Entscheid sicher noch
begünstigt; so hat auch man den Flugplan der Zürich-Operation so
abgestimmt, dass in beiden Richtungen optimale Anschlüsse nach/von
Mauri-tius bestehen.

Welche Gründe haben weiter dazu geführt, die Strecke wieder aufzunehmen?
Trotz einer verschärften Konkurrenzsituation konnte sich Air Seychelles
in den letzten Jahren behaupten und sogar expandieren. So wurde eine
Boeing 767-200ER für die Strecken innerhalb des Indischen Ozeans und
nach Asien übernommen. Damit besteht nun wieder mehr Kapazität bei den
beiden Boeing 767-300ER. Dies ermöglichte, weitere Destinationen in
Europa anzu-
fliegen, dabei war Zürich schon seit längerer Zeit im Gespräch.
Dass Zürich wieder bedient wird, ist sicher auch unserer Kundschaft zu
verdanken, welche Air Seychelles in der Offline-Situation die Treue
gehalten und immer wieder den Wunsch nach Direktflügen geäussert hat.

Wie gross ist der Anteil, den Sie über die Veranstalter verkaufen werden?
Da die Seychellen eine Destination sind, die der Endkonsument primär im
Rahmen von Pauschalarrangements bucht, werden wir gut 80 Prozent über
diesen Kanal verkaufen.

Welches sind Ihre Ziele für 2009?
Oberstes Ziel ist natürlich die erfolgreiche Wiedereinführung des
Fluges ab Zürich. Daneben möchten wir auch die Marktanteile wieder
zurückgewinnen, die wir aufgrund der Streckenaufgabe vor vier Jahren
verloren haben.

Wieviele Passagiere erwarten Sie?
Wir hoffen, dass von April bis Dezember 2009 rund 3500 Passagiere mit Air Seychelles von Zürich in den Indischen Ozean reisen.

Welches sind die Vorteile, mit Air Seychelles nach Mauritius zu fliegen?
Der Vorteil, den Air Seychelles gegenüber den Mitbewerbern hat, besteht
vor allen Dingen darin, dass der Kunde am Ende bzw. am Anfang seiner
Flugreise umsteigt. Und dies auf einem kleinen, sehr übersichtlichen
Flughafen mit optimalen Anschlüssen, wo keine langen Fussmärsche oder
Terminalwechsel in Kauf genommen werden müssen – eindeutige Vorteile
gegenüber Grossflughäfen wie beispielsweise Paris, Frankfurt, London
oder Dubai.   

Chris Probst