An der Generalversammlung des Schweizerischen Reisebüro-Verbands (SRV) in Dubrovnik waren keine Vertreter von Fluggesellschaften dabei, mit Ausnahme von Air Europa. Das fiel auf, denn in anderen Jahren waren jeweils einige Airliner dabei, wenn der Verband ihres wichtigsten Vertriebs-partners tagte. Und nach aktuellem Stand sind immer noch 16 Fluggesellschaften Passivmitglieder im SRV.
Auf Airline-Seite ist von privaten oder geschäftlichen Verhinderungen die Rede. Auch der abgetretene SRV-Präsident Marcel Hausheer vermutet, dass dies «nichts mit einem gestörten Verhältnis zu tun» habe.
Von einem entspannten Verhältnis kann aber keine Rede sein. Das zeigen nur schon die Reaktionen auf die Ankündigung von Swiss, den Agentensupport ab Februar 2013 kostenpflichtig zu machen (siehe Seite 3). Unverständnis auf der Airline-Seite: Hätte sich der scheidende Head of Sales & Marketing Schweiz, Rudolf Schumacher, nicht persönlich engagiert, wäre der Agentensupport ganz abgeschafft worden.
Das ist nur ein Beispiel dafür, wie wenig Verständnis für die Gegenseite noch vorhanden ist. Grundlegende Diskussionen finden derzeit denn auch kaum statt. Das letzte Treffen zwischen einer Delegation des SRV und des B.A.R. (Board of Airline Representatives Switzerland) fand vor zwei Jahren statt. Max Hugi, Executive Officer des B.A.R., erklärt: «Nach unserer Ansicht trat der SRV nur mit Forderungen auf, es gab gar keinen richtigen Dialog.» Aufseiten des SRV gab es laut Hausheer den Vorwurf, «dass bei allen wirklich relevanten Themen die Aussage wiederholt wurde, dass man aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht über dies oder jenes sprechen dürfe». Dem ist so als Verband hat das B.A.R. keine Weisungsbefugnis gegenüber seinen Mitgliedern. So wird sich die Situation künftig eher verschärfen: Anliegen der Agenten müssen jeweils bilateral mit jeder Airline ausgehandelt werden.
Trotz dem zuletzt fehlenden Dialog sind die Türen nicht verschlossen. Für Hugi «liegt der Ball beim SRV». B.A.R.-Präsident Jürg Schwarz hat inzwischen dem neu gewählten SRV-Präsidenten Max E. Katz im Namen des B.A.R. zu seiner Wahl gratuliert und dabei signalisiert, dass man für gemeinsame Anliegen diskussionsbereit sei. Für Hausheer ist aber nicht klar, ob es zum Gespräch kommt: «Die relevanten und möglichen Themen sind noch nicht erkannt worden.»



