Alitalia leidet im Heimmarkt – Schweiz entwickelt sich positiv (Ausgabe 2013-25)

Die Wiederaufnahme der Flüge ab Zürich und die Kooperation mit Darwin Airline wirken sich positiv aufs Schweiz-Geschäft aus.

Alitalia rutschte im ersten Quartal 2013 tiefer in die roten Zahlen und verzeichnete unter dem Strich einen Verlust von EUR 157 Mio. (Q1 2012: EUR 131 Mio.). Der Schuldenberg ist mittlerweile auf EUR 1 Mia. angestiegen. Die Einnahmen aus dem Passagierverkehr sind im Vorjahresvergleich zwar um 1,2% gestiegen, der Airline macht aber vor allem der Heimmarkt zu schaffen – hier sind die Umsätze um 7,4% eingebrochen. Hingegen stiegen die Umsätze im internationalen und interkontinentalen Geschäft um 1,1 bzw. 1,5%. Die Auslastung der Maschinen konnte im ersten Quartal um 1,9 Prozentpunkte gegenüber Vorjahr auf 70,7% gesteigert werden. 

Um kurz- und mittelfristige Sparziele zu erreichen, hat sich Alitalia nun offenbar mit den Gewerkschaften über Lohnkürzungen geeinigt. Laut der deutschen Nachrichtenagentur Reuters sollen insgesamt 2200 Mitarbeitende des Bodenpersonals fünf Tage im Monat weniger arbeiten, dafür aber Unterstützung vom Staat erhalten. Alitalia-Chef Gabriele Del Torchio und seine Vorstandskollegen würden zudem auf 20% ihres Einkommens verzichten. Als Nächstes, so heisst es weiter, arbeitet das Unternehmen offenbar an einem neuen Strategieplan.

Erfreulich laufe das Geschäft in der Schweiz, wie Mario Testa (General Manager Schweiz) erklärt. Das erste Quartal war von einer Umsatz- und Passagier-Verdoppelung geprägt. «Im Vergleich zu 2012 ist unser Umsatz um 46% und die Zahl der Fluggäste um 44% gestiegen – dies bei gleichzeitig um 1,4% höheren Preisen als im Vorjahreszeitraum.»

Derzeit bietet Alitalia zwölf wöchentliche Flüge ab Zürich sowie ab Genf mit einem Anteil von 45% Point-to-Point-Kunden. Die restlichen Fluggäste steigen auf weitere inneritalienische bzw. auf internationale oder interkontinentale Flüge um.

Auf den Linienflügen nach Rom kommt in der Regel eine Embraer 175 zum Einsatz. Je nach Nachfrage werden aber auch Maschinen des Typs Embraer 190 oder Airbus A319/320/321 eingesetzt. «Die Wiederaufnahme der Flüge ab Zürich hat sich unseren Erwartungen entsprechend als absolut gerechtfertigt erwiesen. Das Resultat ist durchwegs positiv und hinsichtlich Umsatz und Loadfactor vergleichbar mit Genf. Auch hinsichtlich des Produktes sind die Feedbacks aus dem Zürcher Markt sehr positiv», sagt Testa. 

Der Hauptmarkt in der Schweiz sei jedoch nach wie vor Genf. «Durch die Codeshare- und Marketing-Vereinbarungen mit Darwin Airline sind wir in der Lage, vier tägliche Verbindungen nach Rom anzubieten. Die Zusammenarbeit mit Darwin Airline erweist sich tatsächlich als sehr erfolgreich.»

Flugangebot erweitert

In den ersten drei Monaten des Jahres hat Alitalia auch ihr Flugangebot erweitert und folgende neue Destinationen ab Rom Fiumicino ins Portfolio aufgenommen: Fortaleza, Prag, Bilbao, Kopenhagen, Ekaterinburg, Krakau, Montpellier und Oran sowie verschiedene Domestic-Routen ab Venedig, die von Air One durchgeführt werden.

Simon Benz/Dominique Sudan