Alltours plant Offensive im Sommer 2010 (Ausgabe 2009-43)

Alltours schliesst das Geschäftsjahr mit einem Umsatzminus von 6% ab und will 2010 deutlich wachsen.

«Wir werden wirtschaftlich gestärkt aus dem Branchenkrisenjahr 2009
hervorgehen, weil wir besser abgeschnitten haben als die Mitbewerber»,
erklärte Alltours-Alleingesellschafter und Geschäftsführer Willi
Verhuven letzte Woche im Rahmen einer Pressekonferenz zur Präsentation
der Sommerproduktion 2010. Alltours rechnet damit, das per 31. Oktober
zu Ende gehende Geschäftsjahr mit einem Umsatzminus von 6%
abzuschliessen – «deutlich besser als erwartet und auch besser als bei
den Mitbewerbern», heisst es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Sehr unterschiedlich stellte sich der Geschäftsverlauf in der
Sommersaison 2009 dar. Nachdem der Frühherbst 2008 gut gestartet war,
folgten im Dezember und Januar 2009 Buchungsrückgänge von täglich bis
zu 30%. Im März/April wiederum kamen die Buchungen um bis zu 28% über
dem Vorjahresniveau zu liegen. Vor allem die Türkei (+2,5% auf sehr
hohem Niveau), die Baleareninseln Menorca und Ibiza (+22%) sowie Malta
und die griechischen Kykladeninseln (+8%) wurden deutlich stärker
nachgefragt.

Der Buchungsverlauf für die Wintersaison ist verhalten gestartet. Als
Gründe werden von Seiten von Alltours die nach wie vor spürbaren
Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise genannt.

Dennoch gibt sich Verhuven optimistisch, im Winter hinsichtlich der
Gästezahlen ein Plus von 3,5% zu erreichen. «Zwar liegen wir insgesamt
noch unter dem Buchungsstand des Vorjahres, aber in den vergangenen
Wochen haben die Buchungen spürbar angezogen. Mittlerweile liegen die
Tageseingänge über denen des Winters 2008/09. Zudem rechnen wir mit
einer signifikanten Zahl von Spätbuchern, zumal sich die
Konjunkturaussichten täglich aufhellen», so der
Alltours-Geschäftsführer.

Die drei Auslandsmärkte Österreich, Schweiz und Niederlande sind an der
positiven Entwicklung von Alltours mitbeteiligt. Von einer Krise sei in
diesen Märkten  noch nichts spüren. Dies widerspiegeln auch die
Zahlen der Gäste aus der Schweiz. Hierzulande buchten 16000 Reisende
ihre Ferien mit Alltours, im 2008 waren es noch 14000.

Für das kommende Geschäftsjahr 2009/10 ist man bei Alltours
optimistisch und peilt einen Zuwachs von 5% an. Im Sommer 2010 soll
sogar ein Umsatzanstieg von 5,5% erreicht werden. Der Alltours-Gründer
Verhuven kündigte der Konkurrenz zudem einen harten Wettbewerb an:
«Alltours wird mit sehr preisaggressiven und familienfreundlichen
Angeboten für Sommerurlauber antreten. Die Preise werden um bis zu
12,5% sinken.»

Simon Benz

«Alles, aber günstig» ist das Motto
Aufgrund der Marktentwicklung werden bei Alltours die Preise gegenüber
Vorjahr in fast allen Destinationen fallen, im Schnitt um 7,5%. So z.B.
in Chalkidiki (–12,5%), Menorca (–11%), Bulgarien (–10%), Lanzarote
(–9,2%), Portugal (-8%), an der Türkischen Riviera (–7,9%) und in Kreta
(–7,5%). Neben Frühbucherreduktionen von bis zu 39% gewährt Alltours
ein kostenfreies Rücktrittsrecht für gemachte Sommerbuchungen bis
31.12.2009.   

BNZ

Neue Produkte und zusätzliche Flüge
Alltours baut das oberste Marktsegment aus und bietet im Sommer
2010 erstmals Premium-Deluxe-Hotels an, die höher positioniert sind als
das 2004 eingeführte Deluxe-Segment. Das Premium-Deluxe-Angebot umfasst
elf Hotels im 5-Sterne-Bereich, die zu den neuesten und besten der
besten der jeweiligen Region zählen sollen. Diese Angebote gibt es
vorerst nur in ausgewählten Hotels in den Zielgebieten Gran Canaria,
Türkische Riviera, Kreta, Rhodos, Korfu, Algarve, Mexiko, Thailand und
Malediven. Nach der Premiere im Winter 2009/10 wurden die Malediven
erstmals auch ins Sommerprogramm 2010 integriert.
In den neuen Sommerkatalogen werden alle Preise für Urlaubsreisen
gegenüber dem Vorjahr deutlich bis zu 12,5% reduziert. Dafür ist zum
einen die stark gestiegene Zahl von Vollcharter-Fliegern
ausschlaggebend, die Alltours eingekauft hat. Zum anderen profitieren
die Kunden von gesunkenen Kerosinkosten der Fluggesellschaften.
Im Sommer 2010 wächst die Zahl der Fluggesellschaften, mit denen
Alltours kooperiert, zudem werden bestehende Kooperationen
intensiviert. Dadurch vergrössert sich die Auswahl hinsichtlich
Flugzeiten, Airlines, Abflugorten und Aufenthaltsdauer. Dies gilt für
den deutschen Reisemarkt, aber auch für die benachbarten
Wachstumsmärkte. In der Schweiz steigt die Zahl der Abflüge pro Woche
von 108 im Vorjahr auf 159.    

BNZ