An der GV des Schweizerischen Reisebüro-Verbands (SRV) in Dubrovnik präsentierte SRV-Geschäftsführer Walter Kunz unter anderem eine Liste mit Anliegen der Mitglieder, wo sich der Verband im kommenden Jahr stärker engagieren soll. Ein Punkt lautete «Mehr Interventionen gegen Airlines».
Die Botschaft ist klar: Der stationäre Vertrieb fühlt sich ausgesetzt, um nicht zu sagen ausgenutzt, ohnmächtig gegenüber den Airlines, deren Entscheide in der Regel nicht mehr in der Schweiz, sondern in fernen Headquartern gefällt werden. Dagegen soll der Verband etwas -unternehmen. Das erweist sich als schwierig. Im letzten Jahr haben keine formellen Gespräche zwischen dem B.A.R. Switzerland und dem SRV stattgefunden. «Die anhaltende Zentralisierung bei vielen Fluggesellschaften sowie restriktive Wettbewerbsregeln verunmöglichen -leider marktorientierte Problemlösungen und Gespräche», heisst es im SRV-Geschäftsbericht.
So müssen Gespräche entweder bilateral mit einzelnen Airlines oder aber mit den IATA-Agentengremien wie dem APJC oder der PaConf geführt werden. Dass jetzt noch das IATA «Field Office» Schweiz geschlossen und der BSP Schweiz in Frankfurt eingegliedert werden, wird die Kontakte nicht vereinfachen, obwohl eine lokale IATA-Ansprechperson in Genf (ohne Deutschkenntnisse) bleibt. Kommt hinzu, dass immer weniger Airlines als Passivmitglieder im SRV dabei sind, teils infolge von Konkursen oder wirtschaftlichen Schwierigkeiten, teils aufgrund freiwilligen Austretens. Der Kampf um faire Rahmenbedingungen für Reisebüros sowie für spezielle Anliegen wie die Kundengeldversicherung von Airlines kommt so zumindest auf lokaler Ebene einem Kampf gegen Windmühlen gleich.
Die Situation ist im Prinzip nicht blockiert: Beide Seiten haben ihre Bereitschaft zum Dialog unterstrichen. Das B.A.R. sieht sich durchaus in der Lage, Mitglieder dazu zu bewegen, Anliegen der SRV-Mitglieder zu überdenken wie gesehen am Beispiel Oman Air, die im August 2012 angekündigte, strenge «Best Booking Practice»-Auflagen auf Intervention des B.A.R. revidiert hat. Doch das B.A.R. sieht sich nicht als Anlaufstelle für Reisebüro-Probleme.
Der Dialog zwischen Airlines und Reisebüros bleibt also schwierig und dürfte lokal nicht oft zu konkreten Resultaten führen. Trotzdem wäre es doch wünschenswert, wenn sich die eine Seite bei der jeweils anderen an GVs etc. aktiv einbringt und Networking betreibt. Das würde zumindest als Signal einer weiterhin aktiven und ernsthaften Partnerschaft aufgefasst.



