Aquaterra mit Rundreisen in jedem zweiten afrikanischen Land (Ausgabe 2011-43)

Der TO aus Weggis bietet eines der breitesten Afrika-Portfolios.

In mehr als 30 afrikanischen Ländern bietet Aquaterra Travel Reisen an. Damit hat der Spezialist aus Weggis gemäss eigenen Angaben eines der breitesten Afrika-Angebote im deutschsprachigen Markt. Dabei ist der Veranstalter vor vier Jahren mit einer einzigen Destination gestartet: Madagaskar. «Wir haben aber schnell gemerkt, dass es gerade in Afrika ein zu hohes Risiko ist, sich auf eine Destination zu beschränken», sagt Geschäftsführer Patrick Angehrn. Der Sohn eines Geologen kam in der Elfenbeinküste zur Welt – sein Vater führte dort ein geologisches Büro und eröffnete dazu ein Inhouse-Reisebüro, das Angehrn nach dem Verkauf der geologischen Firma im Jahr 2007 zum Afrika-TO ausbaute.

Das Geschäft läuft gut; im letzten Jahr konnten die fünf Mitarbeiter des noch jungen Veranstalters die Umsatzzahlen um 58% und die Paxzahlen um 28% steigern. Schon nach vier Jahren kann Aquaterra auf viele Stammkunden zählen. Rund 80% buchen direkt, 20% werden über Reisebüros vertrieben. Die Kundschaft besteht zur Hälfte aus Schweizern, der Rest sind Deutsche und Österreicher.

Bei der grossen Mehrheit der verkauften Produkte handelt es sich um Privatreisen, und obwohl Aquaterra über 150 fertige Rundreisen anbietet, sind 60 bis 70% der Reisen massgeschneidert. «Wir versuchen, alle Wünsche zu erfüllen – beispielsweise, wenn ein Lehrer eine Schule in Kamerun besuchen will», schildert Angehrn die Philosophie des Unternehmens.

Mit Spezialwünschen stösst Aquaterra aber auch oft an Grenzen, vor allem in den touristisch weniger entwickelten Ländern. Immerhin bietet der TO äusserst exotische Destinationen wie Sierra Leone oder Eritrea an. «Das Problem in Afrika ist oftmals das Preis-Leistungs-Verhältnis. In Angola etwa finden Sie die teuersten Hotelzimmer der Welt, da die Erdöl-Multis solche Preise zahlen können», sagt Angehrn. Auch sei es schwierig, günstige Flüge zu finden, da die Airlines wenig Konkurrenz hätten. «Die Tourismusbehörden sehen nicht ein, dass günstige Flüge der Schlüssel zum Tourismus sind.»

Auf der anderen Seite bietet Afrika laut Angehrn auch Vorteile für Tour Operators: «Wir können viele Destinationen exklusiv anbieten. Und es wird wenig übers Internet gebucht, da sich niemand getraut, Geld direkt nach Afrika zu schicken.»

Dank dem breiten Angebot kann Aquaterra auch auf andere Länder ausweichen, wenn die Nachfrage in einer Destination einbricht – so geschehen bei Äthiopien, das im letzten Jahr noch ausgezeichnet gefragt war und in diesem Jahr aufgrund der Dürre in den Nachbarländern kaum mehr Nachfrage verzeichnet. «Eine ähnliche Entwicklung beobachten wir auch mit Namibia. Auf der anderen Seite liegt Uganda stark im Trend, und in unserer ‹Startdestination› Madagaskar, in der Mitinhaber Hansruedi Baumann lange Reiseleiter war, erzielen wir nach wie vor die höchsten Umsätze», erklärt Angehrn. Im Aufbau begriffen sind zudem Malawi und Simbabwe; «gleichzeitig müssen wir aber darauf achten, dass wir nicht zu schnell wachsen und unsere Angebote stets up to date sind». 

Stefan Jäggi