Perfektes Timing: Während der Garantiefonds bekannt gibt, dass der
Konkurs der African Safari Club AG Schweiz die Stiftung bereits 390000
Franken gekostet hat und diese Summe noch grösser werde Kosten,
notabene, die nicht vollständig durch die Sicherheiten des ASC gedeckt
werden können wird der erneute Markteintritt des ASC in der Schweiz
bekannt, diesmal durch den Sales Agent Efar Reisen AG.
Die Efar Reisen AG ist bis jetzt weder im Handelsregister eingetragen
noch beim Handelsregisteramt zur Gründung angemeldet, Geschäftsführer
hat die Firma (noch) keinen, eine Webseite ebensowenig, geschweige denn
eine Kundengeldabsicherung. Letzeres benötigt sie auch nicht, weil sie
lediglich als Vermittlerin auftritt und den Veranstalter klar
deklariert. Vorläufig ist das die ASC Sarl. in Frankreich. Es könnte
aber auch die ASC Ltd. in Kenia oder die ASC Ltd. England sein. Ähnlich
flexibel wie mit dem Veranstalterpartner, zeigt sich Efar mit den
Fluglösungen. Ob alle angebotenen Direktflüge Basel-Mombasa mit Monarch
Air tatsächlich zu Stande kommen werden, darf in Frage gestellt werden.
Hatten Konkursite vor 20 Jahren noch unter sozialer Ächtung zu leiden,
ist ein Konkurs heute kein Hindernis mehr für einen (erfolgreichen)
Neuanfang, gilt er manchen doch sogar als Beleg der unternehmerischen
Courage. Wieso auch aufgeben, wenn man wie zuvor weitermachen kann. Ein
Konkurs ist in der Schweiz kein Verbrechen. Darum hat jeder Pleitier
die Möglichkeit, wieder eine Firma zu eröffnen. Er darf ihr zwar nicht
denselben Namen geben, aber sehr wohl mit einem ähnlichem oder
demselben Geschäftsmodell operieren. Er kann dieselben Telefonnummern,
dieselben Webseiten und denselben Kundenstamm benutzen.
Doch wieso sollten sich Produkte, die bislang zu wenig Absatz fanden,
plötzlich besser verkaufen? Grundlegend anders als vor vier Wochen
präsentiert sich das Umfeld nicht: Die Wirtschaftskrise dauert an, der
Kenia-Tourismus ist zwar im Genesungsstadium, aber noch nicht wieder
auf der alten Höhe. Kann unter diesen Umständen ein Neuanfang
erfolgreich sein?
In der Schweiz obliegt es letzlich dem Konsumenten, die
Vertrauenswürdigkeit seines Geschäftspartners zu prüfen egal ob er
einer Bank Geld zur Vermehrung anvertraut oder bei einem Reisebüro
Ferien bucht. Leider vergisst das gerne, wer seit Jahren beim selben
Anbieter bucht.



