Aviapartner hat den Betrieb in Zürich aufgenommen (Ausgabe 2012-15)

Der vierte Konzessionär für Bodendienste in einem hart umkämpften Markt Zürich.

Der Flughafen Zürich hat per 1. Dezember 2011 eine vierte Bodenabfertigungskonzession vergeben – an die Brüsseler Firma Aviapartner, eine Tochtergesellschaft der Investmentgruppe 3i. Vor wenigen Tagen ist nun Avia-partner auch operativ tätig geworden: Seit dem 1. April erledigt Aviapartner die Abfertigung von Vueling Airlines. Die spanische Fluggesellschaft fliegt Zürich zwischen zwei und vier Mal täglich an und bietet Routen nach Barcelona, Santiago de Compostela und Paris-Orly.

Station Manager ist der Brite Robin Simons, welcher seine Stelle am 11. Januar antrat und am Flughafen bestens bekannt ist. Er blickt auf 34 Jahre Erfahrung in unterschiedlichen Rollen zurück, z.B. als Airline Airport-, Cargo- und Country Manager sowie in unterschiedlichsten Vertriebs- und Business-Development-Positionen und war seit mehreren Jahren als Trainer an der ZHAW Winterthur sowie als Berater tätig. Seit 21 Jahren war er dadurch immer wieder am Zürcher Flughafen tätig. Durch frühere Tätigkeiten bei Swissport und als Consultant von AAS kennt er auch zwei seiner drei Konkurrenten von innen heraus.

Laut Simons wird Aviapartner in erster Linie Passagier-, Operations- und Rampenabfertigung anbieten. «Mittel- bis langfristig wird Aviapartner darüber hinaus weitere Geschäftsmöglichkeiten analysieren und gegebenenfalls die Produktpalette erweitern», so Simons. Ebenso sei Aviapartner mit weiteren Fluggesellschaften in Gesprächen, «Verträge wurden jedoch noch nicht unterzeichnet», präzisiert Simons.

Ihm ist klar, dass Zürich ein hart umkämpfter Markt ist, der durch viele bereits bestehende Vertragsvereinbarungen nicht leicht zugänglich ist. Die drei anderen Abfertigungsgesellschaften werden Aviapartner das Leben nicht einfach machen. Doch Simons ist zuversichtlich: «Aviapartner kann auf ein bestehendes, grosses Kundennetzwerk zugreifen. Wachstum ist unser deklariertes Ziel in Zürich: zunächst um eine in unserem Tätigkeitsfeld nötige kritische Masse zu erreichen. Mittel- bis langfristig wird sich Aviapartner aber nicht mit einem kleinen Marktanteil zufriedengeben.»

Das klingt zuversichtlich. Wobei Aviapartner vor Jahren schon einmal in der Schweiz tätig war, am Euroairport in Basel, dort aber die Haupttätigkeit wieder einstellen musste. Ein solches Szenario soll sich nicht wiederholen, obwohl der Eintritt als vierter Bodenabfertiger den Wettbewerb weiter verschärft. «Wir vertrauen auf unsere Erfahrung, hochwertigen Service in wettbewerbsintensiven Märkten anzubieten», erklärt Simons und fügt an, was der Vorteil von Aviapartner ist: «Da wir im Vergleich mit den bereits in Zürich vertretenen Abfertigungsagenten das dichteste Netzwerk in Kontinentaleuropa haben, können wir vielen Fluggesellschaften einen ‹one-stop-shop› anbieten.»

Aviapartner ist in sechs Ländern an 32 Flughäfen aktiv: In Belgien (4 Stationen), Holland (2), Frankreich (12, inkl. Euroairport), Deutschland (6), Italien (7) und der Schweiz (1). In Zürich ist nebst Simons noch Nicole Flach als Commercial Manager tätig; die Schweizerin war bisher für den deutschen Markt zuständig und übernimmt nun auch die Aufgaben in der Schweiz; da ihr Wohnsitz in Winterthur ist, kann sie sich bestens auch um die Station Zürich kümmern. «Da die Kunden und Ansprechpartner meist in den internationalen Headquarters sitzen, spielt die lokale Präsenz eine untergeordnete Rolle», fügt Simons an, «und Aviapartner prüft regelmässig die Managementstrukturen – bei einem starken Wachstum in der Schweiz könnte dies auch für Zürich neue Gestaltungsformen mit sich bringen.»

Jean-Claude Raemy