B-737-NEF und A320-NEO im Vergleich (Ausgabe 2011-39)

Boeing und Airbus freuen sich über volle Auftragsbücher. Der Konkurrenzkampf ist im Mittelstrecken­segment am grössten.

Der europäische Flugzeughersteller Airbus und sein Erzrivale bekämpfen sich an allen Fronten. Besonders mediatisiert wurde bisher die Auseinandersetzung zwischen A380 und B-787 «Dreamliner», den neuen Paradepferden im Flugzeugpark der beiden Unternehmen.

Allerdings spielt sich ein weitaus volumenstärkerer Kampf im Bereich der «Arbeitspferde» ab, also der kleineren Modelle für Verkehr auf der Kurz- und Mittelstrecke. Da hat Airbus anscheinend wieder leicht die Nase vorn. 

Um den US-Konzern unter Druck zu setzen, zog Airbus neulich den Auslieferungstermin für die neumotorisierte Version seines Kassenschlagers A320 um sechs Monate vor. Statt wie ursprünglich geplant im Frühjahr 2016 soll der A320-NEO (New Engine Option) bereits im Oktober 2015 auf den Markt kommen. An der Luftfahrtmesse in Paris-Bourget konnte Airbus fast 1000 Verträge und Vorverträge mit einem Bestellwert von mehr als USD 60 Mia. unterzeichnen, 200 Stück allein kaufte Air Asia. Auch SAS, Jetblue, ILFC und Gecas bestellten in grossem Stil. Besonderen Gefallen haben die Unternehmen daran, dass der A320-NEO rund 15% weniger Treibstoff als die bisherigen Modelle der A320-Familie verbraucht. 

Angesichts dieses Erfolges war Boeing unter Zugzwang. Ende August erfolgte der formale Startschuss für das 737-NEF-Programm (New Engine Family). Für die B-737-NEF bestehen laut Boeing bislang knapp 500 Kaufabsichtserklärungen von fünf Airlines. Die ersten Auslieferungen der modernisierten Maschine sind für 2017 geplant. Erstkunde wird American Airlines (AA) sein. AA allein hat 100 B-737-NEF bestellt und sich Optionen für weitere 60 Flugzeuge gesichert.

JCR