Bentour Swiss nimmt für 2013 100000-Pax-Marke ins Visier (Ausgabe 2012-04)

Bis dahin soll die Zahl deutscher Gäste über jener der Schweizer Kunden liegen.

Der Schweizer Türkei-Veranstalter Bentour Swiss blickt auf ein erfolgreiches 2011 zurück und verzeichnet mit einer Absatzsteigerung von über 30% und insgesamt 60000 Gästen ein Rekordjahr seit der Firmengründung vor sieben Jahren. Rund 40000 Schweizer schickte Bentour im letzten Jahr in die Ferien, 20000 waren es aus Deutschland. Ein Verhältnis, das sich laut Bentour-Swiss-Geschäftsführer Deniz Ugur im 2012 ausgleichen soll. 

Der einkauf erfolgt mittlerweile fast ausschliesslich in EUR, lediglich die Verwaltungskosten fallen noch in CHF an. Diese kann Bentour Swiss jedoch durch das Wachstum, das vor allem durch elektronische Buchungen zustande kommt und der Arbeitsaufwand dadurch gleich bleibt, kompensieren. Ausserdem kam dem TO 2011 zugute, dass er in EUR und CHF ausschreibt und dadurch nicht von der Wechselkursentwicklung abhängig war. 

2012 rechnet Ugur mit einem Wachstum von 15 bis 20% – eine «gesunde, aber eher konservative Prognose», so Ugur. Dennoch ist er sich bewusst, dass «Konkurrenzdestinationen» wie Tunesien, Ägypten und auch Griechenland alles daran setzen werden, vor allem über die Preise, um wieder zu wachsen.

Für 2013 nimmt Bentour Swiss die 100000-Pax-Marke ins Visier –Mitarbeitende wie auch Systeme seien entsprechend vorbereitet. Bis dahin wird sich dann auch das Verhältnis zwischen Gästen aus der Schweiz und jenen aus Deutschland zugunsten der Deutschen geändert haben. Doch Ugur betont, dass Bentour Swiss auch in Zukunft seinen Schweizer Standort beibehalten wird. «Wir wollen auch ein Vorbild für andere Schweizer TOs sein, sich nicht ins Abseits stellen zu lassen, sondern sich mit einem Angriff zu verteidigen. Auch Schweizer Reiseunternehmen sind in der Lage, den deutschen TOs deutsche Kunden abzuwerben.»

Dadurch, dass Bentour Swiss die Leistungen nicht nur für den Schweizer, sondern in zunehmendem Masse auch für den deutschen Markt einkauft, kann er durch die Masse auch niedrigere Stückmargen kompensieren. Zudem kann er durch die grösseren Pax-Zahlen auch ein breiteres Angebot anbieten.

Weiterhin setzt Bentour Swiss auf den Vertrieb über Reisebüros, wobei bei 85% Trade-Vertrieb auch der Verkauf über die Online-Büros eingerechnet ist. Weiterhin integriert Bentour dynamische Flüge in sein eigenes Produkt. Die Leistungen – abgesehen von gesonderten Storno-Bedingungen – und die Provisionen bleiben auch bei solchen Paketen unverändert. «In der Hochsaison haben X-Veranstalter weniger bzw.  keinen Zugang zu günstigen Hotel- und Flugkontingenten. Meiner Meinung nach ersetzt das X-Geschäft letztlich nur das klassische L-Tur-Geschäft», so Ugur. Das Thema sei damit für Bentour Swiss weder neu noch herausfordernd: «Wir haben das The-ma für uns gelöst und sind gut aufgestellt.» Jedoch beliefert Bentour andere X-Veranstalter – beispielsweise liefert er die Türkei-Flüge für das neue Portal von X-Helvetictours.ch.

Simon Benz