Bewegung ist gefragt – nicht nur in der Luft (Ausgabe 2008-30)

Urs Hirt über Treibstoff-Zuschläge, Ticketing und Kommissionen

Die Treibstoff-Zuschläge der Airlines beschäftigen die Reisebranche
gleich mehrfach. Einerseits monieren TO, Ticketbroker und Reisebüros
die Mehrarbeit, welche ihnen die stets ändernden Zuschläge und die
damit verbundenen Vorgaben (Deadline) für die Ticketausstellung zum
alten Preis bescheren. Andererseits wird der Ruf immer lauter, die
Treibstoff-Kosten in den Ticketpreis zu integrieren und damit innerhalb
eines Arrangements durch den TO zu kommissionieren. Die aktuellste
Forderung, den gesamten Reisepreis zu kommissionieren, stammt vom
Deutschen Reiseverband (DRV) und ist in der Schweiz auf offene Ohren
gestossen.

Die Verantwortung für die Ticketausstellung liegt bei den Reisebüros.
Sie werden von den Broker und TOs, teilweise auch von den
Fluggesellschaften, über Erhöhungen und Deadlines informiert. Es ist
Aufgabe der Agenten, ihren Kunden ein frühzeitiges Ticketing
schmackhaft zu machen. Für Nachbelastungen wegen verpasster Deadlines
kann die Verantwortung nicht auf die Broker abgeschoben werden.
Andererseits stehen die Airlines in der Pflicht, Zuschläge möglichst
frühzeitig zu kommunizieren.

Die Forderung, die Treibstoff-Zuschläge nicht als Taxe auszuweisen und
in den Ticketpreis zu integrieren, ist gerechtfertigt. Ein Flugzeug
kann nicht ohne Kerosin fliegen. Der Treibstoff gehört zu den
Kernkosten des Flugbetriebs und kann nicht mit einer Sicherheitsgebühr
oder Flughafentaxe gleichgesetzt werden. Mit einer neuen Tarifstruktur
könnten die Airlines Transparenz und Vergleichsmöglichkeiten schaffen.
Derzeit scheint es aber eher so, dass dies nicht im Interesse der
Aviatik-Unternehmen liegt.

Ob integriert oder nicht – STAR-Präsident Luc Vuilleumier ortet ein
noch viel wichtigeres Problem: eine Garantie der Airlines für die
Monate im Voraus einkassierten Ticketgelder. Also eine Art
Kundengeldabsicherung durch die Airlines. Gerade in der heutigen Zeit,
wo die Branche von etlichen Airline-Konkursen betroffen ist und mit
weiteren Groundings rechnet, muss dieses Thema zuoberst auf die
Traktandenliste gesetzt werden. Vuilleumier geht davon aus, dass diese
Gelder bereits ausgegeben sind – die Airlines quasi schon heute auf
Pump fliegen.

Der Ball liegt bei den Fluggesellschaften, sie sind gefordert, in den
erwähnten Bereichen entsprechende Schritte zu unternehmen. Die
Reisebranche erwartet, dass sich die Airlines nicht nur in der Luft
bewegen.