Business-Upgrade für den Meistbietenden (Ausgabe 2013-24)

Airlines sind bei Ertragsoptimierung erfinderisch.

Etihad, TAP oder Brussels Airlines boten es schon an, seit dem Frühjahr nun auch Austrian Airlines (AUA) und Air Mauritius: Die Rede ist vom Last-Minute-Upgrade. Dabei wird einem gebuchten Passagier per Mail die Möglichkeit geboten, eine verbindliche Offerte für ein Upgrade in die höhere Buchungsklasse abzugeben, wobei am Ende das höchste Gebot gewinnt.

Air Mauritius hat im Februar «Upgrade now» lanciert. Bietende Passagiere werden drei bis sechs Tage vor Abflug über den Erfolg oder Misserfolg ihres Bieterprozesses informiert. «Wir sind seit September ab Genf offline und müssen etwas tun, um nicht weiter Marktanteile zu verlieren», erklärt Dominique Figueroa, Manager Switzerland bei Air Mauritius. Figueroa zufolge werden Kunden automatisch mittels der E-Mail-Angabe im PNR angeschrieben – im Prinzip nur jene, welche direkt bei Air Mauritius gebucht haben. Wobei sie einräumt, dass auch über Agenten hereingekommene Kunden angeschrieben werden, sofern deren E-Mail im PNR zu finden ist. 

Bei AUA wurde «Smart Upgrade» am 18. April eingeführt. Nach gemachter Offerte werden die Kunden bis 72 Stunden vor Abflug informiert, ob sie erfolgreich waren. Hinweis: Das Last-Minute-Upgrade ist nur für Langstreckenflüge der AUA sowie für Flüge von und nach Amman, Astana, Bagdad, Baku, Jerewan, Kairo, Tel Aviv und Tripoli gültig. José Pereira, Country Manager Switzerland & Liechtenstein, stellt klar, dass Agenten dadurch nicht konkurrenziert werden, im Gegenteil: «Agenten und Broker, welche AUA-Tickets verkaufen, bei welchen im Nachhinein das ‹Smart Upgrade› gelöst wird, erhalten in ihrer IATA-Abrechnung den Upgrade-Umsatz gutgeschrieben und profitieren damit also im Rahmen des Incentive-Programms, völlig ohne weiteren Aufwand.»

Dominique Sudan/Jean-Claude Raemy