Christoph Franz: Sympathischer Deutscher (Ausgabe 2009-19)

Hansjörg Bürgi, Chefredaktor des Luftfahrtmagazins SkyNews.ch

Der Aufstieg von Noch-Swiss-Chef Christoph Franz auf den rechten Sitz
im Lufthansa-Konzern-Cockpit kam nicht überraschend – nur vielleicht
der Zeitpunkt. Voraussichtlich 2011 wird Christoph Franz dann als
Captain der Lufthansa auf den linken Sitz wechseln und Wolfgang
Mayrhuber am Kranich-Steuerruder ablösen.

Als Christoph Franz 2004 an die Spitze der Swiss kam, wurde er nicht
mit Vorschusslorbeeren überhäuft. Ein weiterer Deutscher an der Spitze
einer Schweizer Grossfirma, dachten sich viele. Doch Christoph Franz
hat auch mit seiner bescheidenen Art und Weise – die in der Schweiz gut
ankommt – Swiss zu einer rentablen Airline entwickelt.
Selbstverständlich haben die Synergien mit der Lufthansa einen
wesentlichen Teil dazu beigetragen.

Doch der im Gegensatz zu vielen seiner Landsleute von den Schweizern
als «sympathischer Deutscher» akzeptierte Christoph Franz liess sich
weder von der Politik noch den Medien vereinnahmen. Mit einer Französin
verheiratet, spricht er auch fliessend Französisch, was ihm auch in der
Romandie zugute kam. Er lebte den Sparkurs der Swiss persönlich vor: So
verzichtete er beispielsweise auf eine Limousine mit Chauffeur und
ordnete an, dass das Management in der SBB zweite Klasse fahren muss.
Damit punktete er auch beim Personal.

Dass Christoph Franz bereits Mitte Jahr ins Topkader des Mutterkonzerns
wechselt, mag auf den ersten Blick erstaunen. Doch die Swiss ist trotz
Krise gut aufgestellt. Mit der Inbetriebnahme des neuen «Flaggschiffs»,
des Airbus A330-300, hat ein Projekt von Christoph Franz seinen
erfolgreichen Abschluss gefunden. Und Lufthansa hat einen weiteren
Topmanager nötig, denn sie steht derzeit vor grösseren
Herausforderungen als ihre Schweizer Tochter. Zudem ist mit Harry
Hohmeister Kontinuität bei der Swiss gewährleistet – auch er ist ein
sympathischer Deutscher.