Contact Air hebt statt Cirrus im Wetlease für Swiss ab (Ausgabe 2008-11)

Mit zwei Fokker 100 werden ab 1. April drei Ziele ex Zürich bedient.

Bereits am TTW in Montreux im letzten Oktober erklärte Harry Hohmeister
(Chief Network & Distribution Swiss), Helvetic Airways sei mit drei
Fokker 100 als Wetlease-Partner weiter gesetzt, das Rennen um den
zweiten Partner jedoch noch offen. Inzwischen sind die Würfel gefallen:
Anstelle der bisherigen Cirrus Airlines, einem Partner von Lufthansa,
wird neu Contact Air mit zwei Fokker 100 mit Star-Alliance- Bemalung ab
1. April für Swiss unterwegs sein.

Eingesetzt werden die beiden Maschinen in Zweiklassen-Konfiguration
(Business Class und Economy Class) auf den Strecken Zürich– Warschau
(dreimal täglich), Zürich–Venedig (dreimal täglich) und
Zürich–Stuttgart (sechsmal wöchentlich).

Contact Air wird 1974 gegründet und nimmt mit einer Falcon 20 und
Learjets für Passagier- und Ambulanzflüge den Flugbetrieb auf. 1984
beginnt die Kooperation (Wetlease) mit der DLT, der heutigen Lufthansa
City Line. Die Airline ist zudem Gründungsmitglied des Team Lufthansa,
heute Lufthansa Regional.

Contact Air stellt 1996 die Dash 8 ausser Dienst und übernimmt von der
Lufthansa City Line die Fokker   50. 2003 beginnt die
Umflottung auf ATR, die von der Eurowings, einem weiteren Mitglied von
Lufthansa Regional, übernommen werden. Diese Umflottung wird 2005
abgeschlossen, die Airline verfügt nun über 5 ATR 42-500 und 6 ATR
72-500. Für den Wetlease-Einsatz für Swiss hat Contact Air nun zwei
Fokker 100 geleast.

Auf Anfrage von TRAVEL INSIDE erklärt Manfred Gaertner, Geschäftsführer
der Contact Air in Stuttgart: «Wir fliegen seit 20 Jahren
ausschliesslich für Lufthansa und unterhalten keinen eigenen
Linienflugbetrieb. Ich denke, unsere Referenzen von Lufthansa haben
sehr geholfen, dass uns die Swiss als Tochtergesellschaft nun als neuen
Wetlease-Partner auserkoren hat.»

Cirrus Airlines andererseits sieht sich nicht als Verlierer.
Geschäftsführer Daniel Noraman meint gegenüber TRAVEL INSIDE: «Wir
hatten eine gute Zusammenarbeit mit Swiss, für die wir mit einer Boeing
B-737-500 noch bis Ende März im Wetlease unterwegs sind. Unsere
Priorität liegt nun bei der Flottenharmonisierung auf Dornier 328
Tourboprop und Jet sowie Embraer 170 und 175. Eine einzige Boeing
B-737-500 zu betreiben macht so keinen Sinn. Also sassen wir mit der
Swiss zusammen und klärten die Bedürfnisse ab. Wir kamen zum Schluss,
dass unter diesen Voraussetzungen eine weitere Zusammenarbeit derzeit
für beide Seiten eher schwierig ist. Deshalb endet die
Wetlease-Vereinbarung Ende März. Wir bleiben aber in Kontakt, eine
erneute Zusammenarbeit schliessen wir nicht aus.»

Nicht betroffen sind die von Cirrus Airlines operierten Linienflüge
Zürich–Salzburg sowie Zürich–Dresden, die weiterhin im Codeshare mit
Swiss angeboten werden. Noraman sagt: «Diese Flüge haben sich sehr gut
entwickelt, je nach Nachfrage können wir uns eine Kapazitätserweiterung
vorstellen. Dies hängt aber auch von der Slot-Verfügbarkeit in Zürich
oder dem Einsatz grösserer Maschinen ab.»

Per 1. April wird Cirrus Airlines nach München umziehen und dort
zusammen mit Partner Augsburg Airways ein gemeinsames
Verwaltungsgebäude beziehen. Cirrus Airlines ist eine
Partner-Fluggesellschft von Lufthansa, ohne jegliche finanzielle
Verflechtung. Augsburg Airways ist Mitglied von Lufthansa Regional.

Rechtlich und operationell bleiben beide Airlines eigenständig, auch
wenn sie die gleichen Eigner haben. Als Mehrheitsgesellschafter die
Aton Gruppe sowie Gerd Brandecker. Mit dem Umzug nach München sieht
Noraman grössere Wachstums- und Entwicklungsmöglichkeiten für Cirrus
Airlines als dies am jetzigen Standort Saarbrücken der Fall sei.

Urs Hirt