Croatia Airlines öfter nach Dubrovnik (Ausgabe 2012-47)

Allerdings muss sich der kroatische Nationalcar­rier wegen dem geplanten EU-Beitritt des Landes auf mehr Konkurrenz einstellen.

Croatia Airlines (OU) hat laut Schweiz-Chef Zelimir Krizanic im laufenden Jahr bereits über 90000 Passagiere aus der Schweiz befördert. Damit liege man um 6% über dem Vorjahr, was leicht über dem Schnitt von +4% bei Croatia Airlines allgemein liege. «Das Ziel sind bis Ende Jahr 100000 Passagiere», sagt der Manager, der an der SRV-GV in Dubrovnik zugegen war – die 202 Teilnehmer waren von Zürich und Bern nonstop mit OU in die kroatische Küstenstadt geflogen.

Im regulären Linienbetrieb wird ab Zürich täglich Zagreb bedient, dazu im Sommer je viermal pro Woche Dubrovnik, Split und Zadar. Im kommenden Sommerflugplan werden fünf Direktflüge nach Dubrovnik angeboten. Auch im Winter ist die dalmatinische Ferienstadt jetzt erreichbar: Croatia Airlines fliegt ab 1. Februar 2013 zweimal wöchentlich (Montag und Freitag) direkt nach Dubrovnik.

Der Flughafen Dubrovnik erlebt derzeit eine regelrechte Blüte und ist bereits der viertgrösste Flughafen des ehemaligen Jugoslawiens. Internationale Verbindungen werden stetig ausgebaut, auch von Croatia Airlines, welche innert der letzten zwei Jahre ab Dubrovnik Verbindungen nach Athen, Istanbul und Venedig aufgenommen hat und demnächst auch Dresden anfliegen wird. Der Flughafen verspricht sich weiteres Wachstum vom Eintritt Kroatiens in die EU, der für den 1. Juli 2013 vorgesehen ist.

Dieser EU-Beitritt hat allerdings auch Tücken. Low-Cost-Carrier aus dem EU-Raum wie Easyjet oder Ryanair könnten vor Ort Basen eröffnen und damit zur Gefahr für OU werden. Schon jetzt planen die beiden genannten Carrier 2013 mir mehr Destinationen und erhöhten Frequenzen in Kroatien.

Auch im Domestic-Verkehr, wo Croatia Airlines bislang ein Monopol hat, droht Ungemach. Die kroatische Charterfluggesellschaft Trade Air will 2013 ein Zagreb–Dubrovnik lancieren. Dieses Jahr war Trade Air auf dieser Strecke teils für OU geflogen. Der Entscheid ist insofern überraschend, als die Strecke laut kroatischen Medien nicht profitabel ist und OU mit der Stadt Dubrovnik vor wenigen Wochen Subventionsvereinbarungen für eine bessere Bedienung des Flughafens Dubrovnik unterzeichnet hat.

OU überlegt sich nun, die sieben Airbus A320 bzw. A319 demnächst zu ersetzen – die sechs Dash Q400 in der Flotte sind dagegen noch fast neu. «Wir werden neue Flugzeuge kaufen und kein Leasing betreiben», verspricht Krizanic.

Jean-Claude Raemy, Dubrovnik